Der Hochaltar, Tiefpunkt und Aufbruch

Nach dem barocken Vorbild in Riegel am Kaiserstuhl umschließen Säulen und Kapitelle den Mittelteil mit Tisch, Tabernakel, Altarbild und Heiligenvedute. Von den ursprünglich geplanten vier Heiligenfiguren wurden nur Petrus mit Schlüssel und Schrift und Paulus mit Richtschwert und Schrift (beide sind über ihre Briefe Mitverfasser des Neuen Testaments) realisiert. Dem Hochaltar ist seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil in den 60er Jahren der eigentliche Altartisch vorangestellt, nachdem beschlossen wurde, dass der Priester nicht mehr vom Volk abgewandt, sondern in Gemeinschaft mit den mitfeiernden Gottesdienstbesuchern zelebrieren solle.
Auf dem Tabernakel, der mit den bereits gewandelten Hostien das Allerheiligste darstellt, thront das Lamm Gottes als Zeichen für Gottes Liebe, der seinen Sohn uns am Kreuz zum Opfer geschenkt hat. Es liegt auf dem Buch der Offenbarung, das mit sieben Siegeln („ein Buch mit sieben Siegeln“) verschlossen ist und dessen Wahrheit sich uns erst bei Jesu Wiederkehr (am sogenannten Jüngsten Tag) erschließen wird. Flankiert ist das Allerheiligste durch die Cherubim, zwei Engel, so wie sie schon im jüdischen Tempel in Jerusalem über das Allerheiligste, die Bundeslade mit den 10 Geboten, wachten.

Das Altarbild zeigt dramatisch aufgeladen den Moment des Todes Jesu am Kreuz.  Den Tiefpunkt: Jesu Haupt ist niedergesunken, der Himmel ist verdunkelt und man erahnt in dem hellen Fleck links im Hintergrund den Tempel in Jerusalem, in dem soeben der Vorhang vor dem Allerheiligsten reißt. Rechts wird dieses dramatische Moment wieder durch einen Lichtschein aufgenommen, der den römischen Hauptmann betont, der erschrocken erahnt: „Dieser muss doch Gottes Sohn gewesen sein“. Zu Füßen des Kreuzes erkennt man die Anhänger Jesu, zuvorderst seine Mutter Maria, gestützt von Johannes, direkt am Kreuz zwei Jüngerinnen, eine davon Maria Magdalena. Das Kreuz erhebt sich über dem Totenschädel, dem in der Bildersprache üblichen Hinweis auf den Richtplatz, die Schädelstätte („Golgatha“) im engeren Sinne, im weiteren Sinne Zeichen für Adam, den unvollkommenen Menschen, der durch Jesus mit in den erlösenden Opfertod zur Erlösung genommen wird.  Interessant ist der in Rot gekleidete Jünger in der rechten Ecke des Bildes, der den Blick zwar noch auf den Gekreuzigten geheftet hat, sich aber bereits zum Gehen wendet und damit auf den Betrachter zugeht: der Aufbruch.

 

Den Abschluss des Altars bildet die Halbfigur des verherrlichten Heiligen Pankratius, erkennbar an seinen Insignien Schwert und Märtyrerkrone, der mit der Geste der Dreieinigkeit den Segen erteilt und damit schon auf die Auferstehung Jesu hinweist.