Unsere Konzeption

 

1. GRUßWORT


Liebe Eltern,

 

wenn Ihr Kind in den Kindergarten kommt, ist dies für alle ein wichtiger Schritt. Ihr Kind verlässt zum ersten Mal die vertraute Familie und verbringt von jetzt an viele Stunden eines Tages in anderer Umgebung mit anderen Menschen. Ihr Kind muss sich in einer Gruppe orientieren und einen Platz finden. Auch Sie müssen sich mit der neuen Situation vertraut machen und verfolgen diese Zeit mit großer Aufmerksamkeit. Mit diesem Schritt übergeben Sie die Verantwortung an andere Personen – das Kindergartenteam. Jetzt entstehen viele Fragen. Sie möchten mehr über Hintergrund und Inhalt der Kindergartenarbeit wissen. Sie möchten aber auch teilhaben. Zu diesem Zweck hat das Team unseres Kindergartens dieses Leitbild entwickelt. Hier sollen für Sie, den Träger und für die Erzieherinnen Inhalte, Vorstellungen und Ziele der Kindergartenarbeit transparent und deutlich werden. Dieses Leitbild ist eine Landkarte der pädagogischen Arbeit. Viele Gesichtspunkte sollen deutlich werden. Für unsere Kirchengemeinde besteht ein besonderer Auftrag für diese Einrichtung. Der Kindergarten ist Teil der Pfarrgemeinde. Wir schaffen hier einen Ort der Begegnung und der Gemeinschaft für alle Beteiligten. Wir bieten Ihren Kindern Bildung, Betreuung und Erziehung als Familien ergänzend Hilfe an. Wir vermitteln den Kindern die Botschaft unseres Glaubens, achten aber andere Religionen und Kulturen. Diese Arbeit wird durch unsere qualifizierten Fachkräfte gewährleistet. Sie vermitteln Toleranz, Offenheit und Wertschätzung. Wir bieten regelmäßige Fort- und Weiterbildung an und sichern so die fachliche Kompetenz des Teams. Als Pfarrgemeinde tragen wir die Verantwortung für diesen Kindergarten, schaffen die entsprechenden Rahmenbedingungen und sorgen für Erhalt und Weiterentwicklung der Einrichtung. Dabei gilt für uns der wichtige Leitsatz und Ruf an Ihr Kind:

ES IST GUT, DASS DU DA BIST!

 

Wir nehmen Ihre Kinder so an, wie Sie zu uns kommen. Wir respektieren ihre eigenständige Persönlichkeit und Lebensgeschichte, die individuellen Fähigkeiten, Eigenarten und Begabungen. In unserem Kindergarten geben wir ihnen Zuwendung und Anerkennung. Wir fördern das menschliche und vor allem kindliche Wachsen. Dieser Kindergarten soll Freiräume geben, aber auch Grenzen setzen, innerhalb derer die Kinder ihre Beziehungen gestalten können. Kinder sind neugierig, offen für Unbekanntes und wollen lernen. Sie suchen Antworten, auch auf existenzielle Fragen ihres Lebens. Sie suchen nach Orientierung und Sinn, Kinder sind offen für religiöse Fragen und brauchen Raum für eine kindgemäße religiöse Entwicklung.

Daran orientiert sich unser Leitbild.

 

Wir bedanken uns als Träger dieser Einrichtung  beim Team unseres Kindergartens für die- se Arbeit. Viele Gespräche und Sitzungen waren notwendig um dieses Projekt erfolgreich zu vollenden.

Wir wünschen Ihnen, Ihren Kindern und dem Team eine gute Zukunft und viele wunderschöne Tage in unserem Kindergarten!

Ronny Baier                                                                                                                   Michaela Marcolini

Pfarrer                                                                                                             Vorsitzende des

Pfarrgemeinderates

 

 
 
2. WARUM EINE KONZEPTION

Um für unser großes Kindergartenteam eine gemeinsame Basis zu schaffen und einen Leitfaden in der Arbeit zu konkretisieren, entschlossen wir uns, unter qualifizierter Anleitung an einer Konzeptionsfortbildung teilzunehmen.

 

Durch eine Konzeption überprüfen wir unsere Arbeit im Hinblick auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und reflektieren unsere pädagogischen Aussagen sowie die Rolle von uns Erzieherinnen in der heutigen Zeit.

 

Durch Fach- und Wertediskussionen vertiefen wir das Bewusstsein für unsere Arbeitsweise, behalten Bewährtes bei und erarbeiten Überholtes neu.

Im Zusammenhang damit berücksichtigen wir die speziellen Angebote in unserer Einrichtung.

 

Wir verdeutlichen die Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit und geben dadurch für interessierte Eltern und neue Kolleginnen Entscheidungshilfen bezüglich unseres Kindergartens und machen unsere Arbeit gegenüber dem Träger, unseren Kooperationspartnern und der Öffentlichkeit transparent.

 

Diese Transparenz ermöglicht es, uns mit dem Träger auf adäquate Weise auseinander zu setzen und unsere eingegangenen Verbindlichkeiten gegenüber Kindern, Eltern und Kooperationspartnern im Rahmen der Konzeption zu realisieren.

 

2.1. VERFASSUNGSGERECHTLICHER ERZIEHEUNGSAUFTRAG

 

Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland

Art. 2 Abs. 1 :

„Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte an- derer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.“

Art. 4 Abs. 1:

„ Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.“

 

Die Verfassung des Landes Baden-Württemberg

Art. 11 Abs. 1:

„Jeder junge Mensch hat ohne Rücksicht auf Herkunft  oder  wirtschaftliche Lage  das  Recht  auf eine seiner Begabung  entsprechender Erziehung und Ausbildung.“

Art. 12 Abs. 2:

„Verantwortliche Träger der Erziehung sind in ihren Bereichen die Eltern, der Staat, die Religionsgemeinschaften, die Gemeinden und die in ihren Bünden gegliederte Jugend.“

 

Dienstordnung für die erzieherisch tätigen Mitarbeiterinnen in den kirchlichen Kindertagesstätten der Erzdiözese Freiburg

Auszug aus § 2 (1)

Auftrag der Kindertagesstätte in kirchlicher Trägerschaft ist es, auf der Grundlage des christlichen Glaubens und Menschenbildes die Erziehung des Kindes in der Familie zu ergänzen und zu unterstützen und das Kind in seiner gesamten Entwicklung zu fördern. Das Gelingen der Arbeit mit den Kindern hängt von der partnerschaftlichen Zusammenarbeit aller MitarbeiterInnen der Einrichtung ab. (...)

 

2.2 GESELLSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG

 

Die letzten 5 Jahrzehnte haben enorme gesellschaftliche Veränderungen mit sich gebracht. Im Zuge der Bildungsexpansion wurde es vor allem Frauen möglich, Zugang zu hochqualifizierten Berufen zu erlangen. Durch die daraus resultierende zunehmende Berufstätigkeit der Frauen, veränderten sich familiäre Strukturen. Die klassische Trennung zwischen Hausfrau und männlichem Versorger wurde aufgebrochen. Durch den ausgeübten Beruf erlangten Frauen finanzielle  Unabhängigkeit.

 

Wertvorstellungen, vor allen Dingen der Einfluss der christlichen Kirchen, die das Zusammen- leben einer Gesellschaft bis dahin dominierten, verloren für viele Menschen an Bedeutung. Z.B. ist ein Ansteigen der Ehescheidungen zu beobachten. Mehr Kinder als früher leben mit nur einem Elternteil zusammen. Die Betreuung der Kinder kann nicht mehr ausreichend von der Familie übernommen werden. Familienverbände, in denen mehrere Generationen zusammenleben sind vielen Kindern heute fremd.

 

Der Balanceakt zwischen Familie und Beruf erfordert häufig eine gezielte und gut organisierte Freizeitgestaltung der Kinder. Dieses führt wiederum dazu, dass Kinder heute kaum mehr er- leben, ohne Aufsicht Erwachsener eigene Spiele und deren Regeln zu erfinden und zu erfahren, wie wichtig es für unser Zusammenleben ist, dass die vereinbarten Regeln auch eingehalten werden.

 

Die Notwendigkeit arbeiten zu müssen oder zu wollen bringt viele Eltern in Konflikte. Einerseits plagt sie ein schlechtes Gewissen für ihre Kinder nicht ausreichend präsent zu sein, andererseits ermöglicht die Berufstätigkeit beider Eltern eine Sicherung des Lebensstandards. Alleinerziehende haben keine Wahlmöglichkeiten.

 

Für sie ist Arbeit und Einkommen existentiell. Dieses Dilemma veranlasst viele Eltern dazu mit materiellen Dingen (eigener Fernseher, Handy  usw.) einen Ausgleich zu schaffen.

Diese Beobachtungen veranlassten unser Team dazu, sich mit „Kindheiten heute“ zu beschäftigen und zu überlegen was Kinder heute von uns brauchen und wie Betreuung im Kindergarten heute aussehen muss, um den Realitäten der uns anvertrauten Kinder gerecht zu werden.

 

2.3 EINRICHTUNGSDATEN

 

Kath. Kindergarten St. Augustinus Wilhelmstr. 43-45

69221 Dossenheim

Tel: 06221-860920

E-Mail: kathkigadossenheim@web.de.

Unsere Einrichtung bietet Betreuungsplätze für bis zu 150 Kinder

Kleine Drachen: 21 Kinder

Krümels:               23 Kinder

Sonnenkinder:   23 Kinder

Bären:                   23 Kinder

Pinguine:                10 Kinder

Igel:                      10 Kinder

Maulwürfe:        10 Kinder

Erdmännchen:    10 Kinder

Käfergruppe:     10 Kinder

Mäusegruppe:    10 Kinder

 

Da seit dem 1. August 2013 für jedes Kind mit Vollendung des ersten Lebensjahres ein Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz besteht, sind wir verpflichtet, die Kinder nach ihrem Geburtsdatum bei uns aufzunehmen.

Die Einteilung der Kinder in die Gruppen geschieht nach folgenden Kriterien:

  • freie Plätze in der Gruppe
  • größtmögliche Ausgewogenheit zwischen Jungen und Mädchen
  • Ausgeglichenheit der Altersspanne

 

Wir bemühen uns im Rahmen unserer Möglichkeiten Gruppenwünsche der Eltern zu berücksichtigen. Vorrang haben jedoch die Belange des Kindergartens.

 

Unsere Einrichtung teilt sich in drei Gebäude auf. Im 1956 errichteten Hauptgebäude befinden sich vier Gruppenräume für die Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt. Die Kinder im Hauptgebäude werden täglich von 7.30 Uhr bis längstens 14.30 Uhr betreut.

Seit September 2014 können wir 40 Tageskinder in einem separaten Gebäude, von 7.30 Uhr bis

17.00 (freitags bis 16.00 Uhr) betreuen.

Seit Januar 2010 betreuen wir in einem weiteren Gebäude 20 Krippenkinder in zwei Gruppen. In jeder Gruppe arbeiten drei Erzieherinnen ganztags.

 

Unser Außengelände mit verschiedenen Spielgeräten ist für alle Gruppen zugänglich. Der Spielhof wurde 2003 neu gestaltet.

 

3. PÄDAGOGISCHE ARBEIT

 

Jeder pädagogischen Arbeit liegt ein klar definiertes Menschenbild zugrunde. Uns ist es wichtig jeden Mensch, ab der Geburt, als eigenständige Persönlichkeit anzuerkennen. Geprägt wird er durch seine Lebensgeschichte und sein familiäres und soziales Umfeld. Wir nehmen ihn an mit seinen Stärken und Schwächen, wollen ihn unterstützen und ihn auf seinem Weg begleiten.

 

Gegenseitige Wertschätzung und Achtung sind wesentliche Voraussetzungen für die Entfaltung des Menschen. Wir respektieren die Individualität des Einzelnen und die Andersartigkeit fremder Kulturen und empfinden sie als Bereicherung unserer eigenen Lebensweise. Auf dieser Grundlage entwickeln wir  Formen des Zusammenlebens.

 

Unser Ziel ist, dass Menschen eigenständig und verantwortungsbewusst Lösungen für ihre Lebenssituation entwickeln können.

 

3.1 ZIELE

 

Unser Wunsch ist es, dass die Kinder mit Freude den Kindergarten besuchen. Voraussetzung hierfür ist eine Atmosphäre, die dem Kind Sicherheit und Geborgenheit vermittelt.

 

Kinder brauchen einen geregelten Tagesablauf mit wiederkehrenden Ritualen, um Orientierung zu finden. Im Rahmen unserer Möglichkeiten geben wir den Kindern Raum, eigene Ideen zu entwickeln und ihre Bedürfnisse und Interessen in den Tagesablauf zu integrieren.

Uns ist es wichtig, die Gefühle der Kinder ernst zu nehmen, z.B. auch Unlust zuzulassen.

 

Das Freispiel ist Schwerpunkt/Mittelpunkt des Kindergartenalltags. Im Spiel haben die Kinder die Möglichkeit, ihre augenblickliche Lebenssituation zu bewältigen, sich mit der Umwelt aus- einander zusetzen und sie zu begreifen.

Unsere Rolle dabei ist, einzelne Kinder und gruppendynamische Prozesse zu beobachten und situationsbedingt, begleitend und helfend einzugreifen.

Beobachtungen aus dem Freispiel können Grundlagen für künftige Projekte sein.

Unser Ziel ist es, dass Kinder die Möglichkeit haben, sich auszuprobieren, mit Spaß und Freude Neues zu entdecken, als Basis für ein ständiges Lernen.

 

Um in einer Gemeinschaft leben zu können, ist es wichtig, dass es Regeln und Absprachen gibt, die für Kinder überschaubar und nachvollziehbar sind.

Absprachen werden mit den Kindern erarbeitet, d.h. sie sind nicht starr festgelegt, sondern können gegebenenfalls verändert und neu besprochen werden (z.B. das Mitbringen von Spielsachen).

Bestimmte Regeln, die dem Schutz des Kindes dienen, werden von uns vorgegeben und müssen eingehalten werden (z.B. das Verlassen des Kindergartengeländes).

 

Vom ersten Tag an sind wir bestrebt, Kinder in kleinen Schritten dazu zu führen, selbständig in ihren Lebensbereichen agieren zu können. Durch altersangemessene Angebote fördern wir die Kinder und stärken sie in ihren Fähigkeiten. Dazu gehört, durch entsprechende Angebote, die Erlebniswelt der Kinder zu erweitern und neue Fertigkeiten zu erlernen und zu festigen. Seit vielen Jahren erfreuen uns und die gesamte Gemeinde die „Augustinus Singmäuse“, unser gruppenübergreifender Kinderchor, der allen Kindern ab 4 Jahren offen steht.

 

3.2 ENTWICKLUNGSPSYCHOLOGIE DER ERSTEN LEBENSJAHREN

 

Das  2. und 3. Lebensjahr

Für die ein- und zweijährigen Kinder, die unsere Einrichtung besuchen, ist der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung zu der Erzieherin als Basis für die weitere positive Entwicklung Voraussetzung.

Erst wenn diese Sicherheit für das Kind geschaffen ist, kann es sich von seiner primären Bezugsperson für längere Zeit lösen und die Anforderungen des Kindergartenalltags mit Freude, Neugierde und Forscherdrang bewältigen.

Zweijährige Kinder interagieren intensiv miteinander, wobei gegenseitige Imitation eine her- ausragende Rolle spielt. Dieses anspruchsvollere Miteinander führt zu Konflikten, z.B. Streit um einen Spielgegenstand, wodurch die Konflikthäufigkeit in der Gruppe steigt.

Vor dem 3. Geburtstag nimmt die verbale Kommunikation jedoch deutlich zu.

Erst im zweiten Lebensjahr fühlt sich das Kind durch sein

erweitertes Selbstbild durch Kategorien wie Kind, Mädchen oder Junge angesprochen (kategoriales Selbst).

Selbstbewusstsein entsteht in der Mitte des zweiten Lebensjahres, wobei das Kind zwischen Wunsch – und Realbild noch nicht unterscheiden kann.

Zunehmende Selbstentwicklung und Selbstbewusstsein führt zu mehr Eigensinn im dritten Lebensjahr. Das Kind versucht gegen alle Widerstände aggressiv anzugehen, erprobt wann und wozu der eigene Wille nutzt, wo sein Wille durchsetzbar ist und wo sich unüberwindbare Grenzen bieten.

 

Diese Trotzphase ist wichtig, weil die Spielregeln danach klarer sind – das Kind provoziert Reaktionen, um seinen Handlungsspielraum auszuloten und soziale Orientierungshilfen zu erhalten, die ihm Entwicklungsschritte erst ermöglichen.

Die Entwicklung von Sprachverständnis und Sprachproduktion ist im dritten Lebensjahr voll im Gange, wobei die Kinder die generelle Bedeutung eines Begriffes bereits erfassen.

Wir unterstützen die Eigeninitiative des Kindes durch interessante Raumgestaltung und auf- fordernde Spielangebote und setzen dadurch Impulse.

Durch themenbezogene Projekte fördern wir die Kinder zusätzlich in ihren Entwicklungs-phasen und ihrer Persönlichkeit, nehmen ihre Interessen wahr und begleiten sie ein Stück auf ihrem Lebensweg.

Drei und vierjährige Kinder

 In den nächsten 3 Jahren wird der Kindergarten zum wichtigsten Sozialisationsraum neben der Familie. Deshalb entscheidet die Eingewöhnung über den Kindergartenerfolg.

Als Starterleichterung hat sich eine elternbegleitende und bezugspersonenorientierte Eingewöhnung bewährt. Darunter versteht man:

Eingewöhnung zusammen mit einem Elternteil, individuelle Verweildauer in den ersten Tagen, Abholzeiten einhalten.

Im Kindergartenalltag erlebt das Kind viele verschiedene Situationen und muss Veränderungen im Tagesablauf akzeptieren.

Es muss für sich Entscheidungen treffen, z.B. was und mit wem spielen, wann gehe ich früh- stücken (freies Frühstück), auf die Toilette gehen, auf seine Tasche, Kleider und mitgebrachte Spielsachen achten.

Nach der Eingewöhnung werden die gleichaltrigen Spielkameraden immer wichtiger. Die Sprachfähigkeit erlaubt nun eine echte Verständigung. Im Spiel, das sich zuerst alleine, dann nebeneinander, dann miteinander entwickelt, wird nun geplant, organisiert und entschieden, gebaut und gemalt.

Dazu bieten wir den Kindern Materialien und Räume, um sich auszuprobieren. Im Rollenspiel

d.h. zusammen mit anderen eine aktive Rolle einzunehmen, übt es sein Sozialverhalten. Es erlebt Stimmungswechsel, kann Gefühle zulassen und seine Ängste, Wünsche und Freude ausdrücken.

Die Regelspiele sind Sportspiele, Tischspiele und Gesellschaftsspiele. Hier müssen festgelegte Regeln eingehalten werden.

Das Kind lernt zu gewinnen und zu verlieren!!

Das Fragealter beginnt, nun stellen sie: Wieso – Weshalb – Warum Fragen.

Mit 4 Jahren kommt das Mengenverständnis hinzu. Sie verstehen Begriffe wie

-viele, wenige, was gestern und heute – bedeutet.

Das Malen entwickelt sich von den „Kritzelbildern“ bis zu den „Kopffüßlern“. Mit viel Spaß schneiden und kleben sie am Maltisch - wichtige Übungen für die Feinmotorik.

In diesem Alter braucht das Kind viel Bewegung, das Stillsitzen fällt ihm schwer. Bewegungsfreude ist ein wichtiger Entwicklungsimpuls; der im Kindergarten gefördert wird. Dies geschieht mit Spielen im Hof, Spaziergängen und im Turnraum. Die eigene Persönlichkeit entwickelt sich und sie haben ihren Platz in der Gruppe gefunden.

Das 5. Lebensjahr

Sie wollen vor allem eins: die Möglichkeit, vieles selbst zu machen. Für die Entwicklung von Eigeninitiative und Selbständigkeit brauchen sie Erwachsene, die ihnen dafür Experimentier

– und Freiräume zur Verfügung stellen.

Moralisches Wissen und soziale Kompetenzen werden erworben. Dabei ist erwiesen, dass Kinder, die sich selbst behaupten können und ein hohes Selbstwertgefühl haben, meist sehr prosozial und aktiv sind.

Lese – und Rechtschreiberfahrung

In seiner bisherigen Sozialisation hat das Kind erfahren, dass es wichtig ist, Informationen längerfristig zu speichern und die Schrift als möglichen Austausch zu verstehen. Die ersten

„schriftlichen Begriffe“ halten sie in Bildern fest, wobei die Begeisterung für Schrift gefördert werden muss und nicht durch ständige Korrekturen gebremst werden soll.

Kommunikation fördert die Sprachentwicklung, die emotionale Ausdrucksfähigkeit und das Selbstbewusstsein und gibt seiner Welt eine Struktur.

Fünfjährige Kinder können zwischen „gut“ und „schlecht“ unterscheiden und wissen, was in ihrer Kultur als „richtig“ oder „falsch“ angesehen wird (moralisches Wissen).

Das 6. Lebensjahr

Fünfjährige erleben in allen Entwicklungsbereichen eine Differenzierung und Spezialisierung.    

Im Kindergarten sind sie nun die „ Großen“, die allmählich auf die Schule vorbereitet werden. Auch wenn die Kinder sich Fähigkeiten und Wissen aktiv aneignen, benötigen Selbstbildungsprozesse immer einen sozialen Rahmen.

Das Sprachverständnis hat sich weiterentwickelt, doch sie nehmen alles Gesagte noch wort - wörtlich und interpretieren es auch so.

Motorisch gelingt ihnen fast alles. Wird ihre Bewegungsfreude gefördert, nehmen Körperbeherrschung, Geschicklichkeit, Schnelligkeit und Ausdauer immer mehr zu.

Das sensomotorische Spiel ist immer noch begehrt. Konstruktionsspiele werden ausdifferenziert. 5 – 6 jährige genießen Materialvielfalt. Sie werden erfinderischer und entwickeln eine Art Phantasiespiel mit den Materialien.

Gemeinschaftliche Rollenspiele mit klassischen Themen wie Familie oder Schule stehen hoch im Kurs.

Neue Denkvorgänge starten, ein selbst konstruiertes, abstraktes Wissen wird angelegt. Sie erkennen Farben, benennen und sortieren sie nach Nuancen in Gruppen von Rot – oder Blautönen, ordnen Gegenstände nach Größen und vergleichen Form, Größe, Anzahl.

(Dies alles spiegelt eine logisch-mathematische Denkweise wider)

Es ist die gespürte Erwartung eines für möglich gehaltenen Erfolgs, vermittelt durch Ermutigung, Unterstützung und Zuneigung, die Kinder eine Herausforderung annehmen und Neues lernen lässt.

„ Lehren heißt nicht ein Fass füllen. Sondern eine Flamme entzünden“(Heraklit)

Bei dem Begriff „Bildung“ denkt man meist nur an kognitive Prozesse. Doch die Wahrnehmung mit allen Sinnen, das Körpergefühl, die Emotionen, aber auch die sozialen Beziehungen zu an- deren Menschen gehören dazu.

Lern –und Bildungsprozesse bedürfen der Unterstützung, Anregung und Herausforderung in der sozialen Interaktion, vor allem in der Kommunikation.

Kompetenzen können nicht vermittelt, sie müssen vom Kind erworben werden, indem es sich diese aktiv aneignet.

Dies geschieht, indem die kindlichen Themen beachtet und aufgegriffen, Respekt vor Ideen, Aktionen und dem Bedürfnis nach Erweiterung seines Wissens, seines Bewegungsdranges und seiner sozialen Kontakte gewährt werden.

Fünfjährige wissen, dass sie Jungs oder Mädchen sind und verhalten sich danach.

(geschlechtsspezifische   Verhaltensweise)

Jedes Kind baut sich seine Geschlechtsidentität aus zwei Bestandteilen: Individuelle Anteile und Erfahrung von außen und  Selbstbild

Eine persönliche Identifikation mit seinem Geschlecht ist dann gelungen, wenn ein Kind sich selbst in möglichst vielfältigen Situationen erfahren konnte und aus einem reichen Angebot(- bewusst nicht geschlechtsspezifisch) wählen konnte, was ihm besonders liegt.

In allen Bereichen und Phasen kann die Entwicklung im Vergleich zu anderen Kindern extrem abweichen. Spätestens im Vorschulalter provoziert das in der Gruppe massive Reaktionen.

Was kann im Vorfeld dagegen unternommen werden:

  • Keine Entwicklungsschritte aufdrängen, für die es noch nicht reif ist
  • Individualität anerkennen, Verhalten richtig deuten
  • Anerkennung der Person, nicht der Leistung
  • Umwege und Irrtümer zulassen
  • Je mehr Probleme das Kind aus eigener Kraft gelöst hat, desto größer ist seine Zuversicht, auch bei zukünftigen, unerwarteten Problemen eine Lösung zu finden. (mit 5 – 6 Jahren sollte man diese Erfahrung schon mehrmals gemacht haben).
  • Bereit für die Schule ist ein Kind,
  • wenn es bei zahlreichen Gelegenheiten erfahren hat, dass es selbst entscheiden und handeln kann,
  • wenn es mit Erfolg und dem Bewusstsein eigener Fertigkeiten ebenso umgehen kann wie mit Situationen des „dosierten“ Scheiterns, wenn es über Gruppenfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, Rücksichtnahme, verbale Ausdrucksfähigkeit, Spielkompetenz und Frustrationstoleranz verfügt.

 

Die Vorschule – das letzte Jahr im Kindergarten

Grundsätzliche Gedanken:

Die Kinder brauchen insbesondere im letzten Kindergartenjahr vielfältige Möglichkeiten, sich

spielend miteinander und mit der Welt auseinanderzusetzen. Weil Kinder im letzten Kinder-

gartenjahr häufig mit Leistungsanforderungen im kognitiven Bereich konfrontiert werden, wollen

 

wir ihnen einen Raum bieten, der spielerisch zu eigenständigem Handeln und Erproben der eigenen Fähigkeiten einlädt. Fähigkeiten, wie Umgang mit Konkurrenz und das Austragen von Konflikten, können Kinder nur in der Gemeinschaft mit anderen entwickeln. Durch die gruppenübergreifenden, wöchentlichen Treffen der Vorschüler lernen die Kinder, sich auf eine neue Gruppenzusammensetzung einzustellen und sich auf evtl. weniger vertraute Erzieherinnen ein- zulassen.

Im 2. Kindergartenhalbjahr wird in den einzelnen Gruppen ein Sprachförderprogramm für alle künftigen Schulkinder angeboten.

 

Es ist uns wichtig, den Kindern über das Erleben und Handeln vielseitige Erfahrungen zu bieten, denn die Grundlage aller Lernprozesse ist eine korrekte Aufnahme und Verarbeitung von vielfältigen Sinneseindrücken und eine gute Wahrnehmungsfähigkeit.

Höhepunkte im letzten Kindergartenjahr sind für die Kinder

-  das Schwimmen in der Neubergschule

-  die Kindergartenübernachtung

-  die Gestaltung des Abschlussgottesdienstes

-  Museums- und Theaterbesuche

-  Teilnahme am Sommertagszug

 

 3.3 BILDUNGS- UND ENTWICKLUNGSFELDER


SINN, WERTE UND RELIGION

 

Religiöse Erziehung ist für uns ein wichtiger Teil des Kindergartenalltags, der nicht abgekoppelt von unserem Erziehungsauftrag gesehen werden kann. D.h. für uns gegenseitige Wertschätzung, Achtung des Nächsten und Gemeinschaft.

Religion ist der Ausdruck einer inneren Haltung und Grundlage unserer Arbeit, die auf christlichen Werten aufbaut.

Der erste Schritt führte dazu, uns über unseren eigenen Glauben, über unser eigenes Vertrauen zu Gott und über unsere eigenen Erfahrungen mit Glauben auseinander zu setzen. Glauben ist etwas ganz Persönliches und wir bemühten uns, einen gemeinsamen Weg der Verständigung darüber zu finden.

Wir möchten den Kindern Gott als ihren Schöpfer und Hirten vorstellen.

Kinder strecken sich unbewusst nach ihrem Schöpfer aus. Jeder Spaziergang wird zu einem Erlebnis, jeder kleine Käfer zur Sensation.

Wir wollen Glauben in den Alltagssituationen für die Kinder erlebbar machen.

Glauben ist für Kinder Vertrauen, Sicherheit, ein sich getragen fühlen. Erziehung, die auf christlichen Grundlagen aufbaut, schafft eine Atmosphäre des Vertrauens, in der das Kind ermutigt wird, sich selbst und seine Umwelt anzunehmen.

Mit dem Feiern der christlichen Feste machen wir die Kinder mit Traditionen und Ritualen bekannt und wecken ihre Neugierde. Durch das Erzählen biblischer Geschichten soll ihnen Jesus vertraut werden. Durch Gespräche, Meditationen und gestalterische Aktivitäten sollen Kinder die Botschaft Jesu begreifen und verstehen können.

 

Wir wollen den Kindern unseren Glauben nicht aufdrängen, da dieser nur durch eigenes Erleben erfahren werden kann. Es ist uns aber wichtig, für die Kinder da zu sein und ihnen Zeit zu geben, Neues auf sich wirken zu lassen und zu verarbeiten.

Wir gehen davon aus, dass die Kinder vielfältige Anlässe und Beziehungen haben, wo sie Glauben erfahren können.

 

Wir nehmen die Fragen der Kinder nach Gott und dem Leben ernst und zeigen ihnen, dass der eigene Glaube wachsen, sich verändern und immer wieder hinterfragt werden kann.

„Jedes Kind bringt die Botschaft, dass Gott sein Vertrauen in die Menschen noch nicht verloren hat“

 

SPRACHE UND DENKEN

 

Sprache

Sprechen ist ein lebendiger Prozess, der sich immer weiter entwickelt. Dieser findet nicht nur in der Familie, sondern auch durch aktives, eigenes ausprobieren im Kindergarten statt. Durch die Vorbildfunktion bieten die Erzieher/ innen den Kindern ein weites Feld an Lernmöglichkeiten.

Die volle Aufmerksamkeit dem Kind gegenüber, das Eingehen auf die Äußerungen des Kindes und auch das Erzählen von sich selber (z. B. Morgenkreis, Stuhlkreis) sind wesentliche Kriterien, die die Sprachfreudigkeit der Kinder entscheidend fördern. Die Kinder nutzen ihre Sprache, um mit anderen in Interaktion zu treten und eigene Ziele zu erreichen.

Wir bieten in unserer Einrichtung für die angehenden Schulanfänger ein Sprachprogramm an, dass von den Erzieherinnen zusammengestellt wurde. Dieses findet auf alters- und kindgerechte Weise statt.

Denken

„ Das Auge schläft, bis der Geist es mit einer Frage weckt“ / afrikanisches Sprichwort)

In der Kindheit ist das Denken stark an die Wahrnehmung und Anschauung geknüpft. Eine wichtige Grundlage der kognitiven Bildung bildet die Schulung der Sinne. Reichhaltige und vielfältige Wahrnehmungen bieten viele Möglichkeiten unterschiedliche Beobachtungen zu machen, um sich Wissen anzueignen.

Wir regen die Kinder an, ihre Beobachtungen zu verbalisieren, um feststellen zu können, welche Bereiche die Kinder gezielt wahrgenommen haben.

Damit das Kind all diese Fähigkeiten erlernen und erproben kann, braucht es eine anregende Umgebung und Angebote. Diese können z. B. sein:

 

Experimentieren

Bauen und Konstruieren

Sortieren von Buntstiften oder Bausteinen Muster malen

Memory, Puzzles


Bewegungserziehung Funktionsecken Außengelände

 

KÖRPER UND SINNE

 

Kinder erschließen ihre Welt aktiv mit ihrem Körper, in Bewegung und mit allen Sinnen. Täglich geben wir den Kindern verschiedene Impulse, um ganzheitlich das Körperbewusstsein und alle Sinne zu fördern.

Uns ist wichtig, dass die Fein- und Grobmotorik, sowie der Gleichgewichtssinn in unter- schiedlicher Art und Weise erlebt werden können. Wir gehen gerne nach draußen, lernen unterschiedliche Umgebungen kennen, fahren mit Fahrzeugen, klettern, schaukeln, turnen und tanzen.

Verschiedene Materialien wie Rasierschaum, Farben, Kleister, Stoffe etc. stellen wir den Kindern zum Experimentieren und Erforschen zur Verfügung.

Singen, Spielen mit Instrumenten, Kimspiele, Bilderbücher gemeinsam betrachten etc. sind Bestandteile unseres Alltags.

 

In der Krippe und im Tageshaus wird ein vielseitiges und gesundes Frühstück mit abwechslungsreicher Kost angeboten.

In den VÖ- Gruppen bringen die Kinder ihr eigenes Frühstück von zu Hause mit. Wir regen dazu an, dass die Kinder verschiedene Lebensmittel ausprobieren.

Regelmäßig bereiten wir mit den Kindern gemeinsam Speisen zu.

Hier lernen wir durch Riechen, Schmecken und Fühlen verschiedene Lebensmittel kennen.

 

In den ersten Lebensjahren ist die Ich-Wahrnehmung eine sehr wichtige Erfahrung. Beispielsweise haben die Kinder in den Gruppen- und Waschräumen Zugang zu Spiegeln. Sie erwerben Wissen über ihren Körper, nehmen sich selbst und andere wahr. Wer bin ich? Wer bist du?

 

Beim Wickeln und bei Toilettengängen kommen Fragen auf. Zum Bespiel: Bin ich ein Junge oder ein Mädchen? Wir nehmen uns Zeit auf diese Fragen über Körper und Körperfunktionen einzugehen.

Interessant ist es auch das andere Geschlecht kennen zu lernen. Wenn Kinder sich gegen- seitig erforschen und erkunden ist dies ein natürlicher Entwicklungsprozess, welchen wir in einem gewissen Rahmen zulassen.

Jeder Tag ist ein Erleben mit allen Sinnen.

 

3.4 EINGEWÖHNUNG

 

 In den nächsten Jahren wird die Kindertageseinrichtung zum wichtigsten Sozialraum neben der Familie. Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Eingewöhnungsphase dem Kind das nötige Vertrauen und Freude am Kindergarten vermittelt. Als Starterleichterung hat sich eine elternbegleitende und bezugspersonenorientierte Eingewöhnung bewährt. Darunter versteht man: Eingewöhnung zusammen mit einem Elternteil, eine individuelle Verweildauer in den ersten Tagen und Abholzeiten einhalten. Im Kindergartenalltag erlebt das Kind viele verschiedene Situationen und muss Veränderungen im Tagesablauf akzeptieren. Es muss für sich Entscheidungen treffen z. B. was und mit wem möchte ich spielen, wann gehe ich frühstücken oder auf die Toilette? Es muss auf seine persönlichen Sachen achten. Natürlich lassen wir das Kind in dieser Situation nicht allein, sondern begleiten und unterstützen das Kind.

 

EINGEWÖHNUNG IN DER KRIPPE

 

Der Start in den Kindergarten bedeutet sowohl für die Eltern, als auch für das Kind eine große Veränderung. Dieser Übergang ist eine wichtige Phase der kindlichen Entwicklung und oftmals die erste Trennung von den Bezugspersonen. Auch den Eltern fällt es meistens schwer, ihr Kind in ein neues Umfeld und zu neuen Bezugspersonen zu geben.

Um diesen Start für alle Beteiligten so angenehm wie möglich zu gestalten, möchten wir allen Kindern und Eltern eine individuelle Eingewöhnungszeit ermöglichen und die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Elternhaus bilden.

Das Ziel der Eingewöhnungszeit ist es, ein Vertrauensverhältnis zwischen dem Kind und der Erzieherin aufzubauen und so die Voraussetzung für eine erfolgreiche Kindergartenzeit zu  schaffen.

Grundlage unserer Eingewöhnung ist das“ Berliner Modell“.

Vorgang der Eingewöhnung

Das Erstgespräch wird in der Krippe anders geführt als im anderen Kindergartenbetrieb. Da es sich bei den Krippenkindern um Kleinkinder handelt, ist die Beziehung zwischen Eltern und Kind noch besonders intensiv. Eine Eingewöhnung in einem, für das Kind fremden Umfeld, würde zu einer Überforderung führen. Deshalb beginnt die Bezugserzieherin bereits einen Monat vor der Aufnahme des Kindes mit einem Eltern-Kind-Besuch bei der Familie zuhause. So kann sich das Kind an die neue Person gewöhnen, die ihm im Krippenalltag wieder begegnet. Die Dauer der Eingewöhnung variiert von Kind zu Kind. Es kann bis zu sechs Wochen dauern, bis sich das Kind ohne Eltern in der neuen Umgebung wohl fühlt. Um diese Entwöhnungsphase möglichst sanft zu halten, sind Kind und Eltern in den ersten drei Tagen für ca. eine Stunde in der Krippe. Ab dem 4. Tag erfolgen die ersten Trennungsversuche. Zunächst nur für ca. 10 bis 15 Minuten.

Je nachdem wie sicher sich das Kind fühlt, kann die Anwesenheitszeit verlängert werden. Die Eingewöhnung ist dann abgeschlossen, wenn das Kind die Erzieherin als neue Bezugsperson anerkannt hat und ihr vertraut.

Das Ziel der Eingewöhnungszeit ist, ein Vertrauensverhältnis zwischen dem Kind und der Erzie­herin aufzubauen und so die Voraussetzung für eine erfolgreiche Krippen- und Kindergartenzeit zu schaffen

 

EINGEWÖHNUNG IN DEN KINDERGARTEN

 

Der Start in den Kindergarten bedeutet sowohl für die Eltern, als auch für das Kind eine große Veränderung. Dieser Übergang ist eine wichtige Phase der kindlichen Entwicklung und oftmals die erste Trennung von den Bezugspersonen. Auch den Eltern fällt es meistens schwer, ihr Kind in ein neues Umfeld und zu neuen Bezugspersonen zu geben.

Um diesen Start für alle Beteiligten so angenehm wie möglich zu gestalten, möchten wir allen Kindern und Eltern eine individuelle Eingewöhnungszeit ermöglichen und die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Elternhaus bilden.

Das Ziel der Eingewöhnungszeit ist es ein Vertrauensverhältnis zwischen dem Kind und der Erzieherin aufzubauen und so die Voraussetzung für eine erfolgreiche Kindergartenzeit zu schaffen.

Das Erstgespräch:

Die Bezugserzieherin des Kindes lädt die Eltern zu einem Erstgespräch in unsere Einrichtung ein oder sie macht, wenn möglich, einen Besuch zu Hause.

Hier erhalten Sie Informationen über den Ablauf der Eingewöhnung sowie über den Kinder- garten. Um die Bedürfnisse des Kindes kennenzulernen, haben wir einen Fragebogen vorbereitet

 

Die Grundphase:

 

Unser Ziel ist es, die Eingewöhnungszeit individuell zu gestalten. Die Bedürfnisse des Kindes stehen im Vordergrund. In der Regel sind mehrere Tage, im Einzelfall sogar mehrere Wochen für diesen wichtigen Prozess notwendig. Das Kind hat in dieser Zeit die Möglichkeit, sich in der Gruppe zu orientieren und die anderen Kinder und Erzieherinnen kennen zu lernen.

Während der ersten Tage kommt die Mutter oder eine vertraute Bezugsperson für ca. 1-2 Stunden in die Gruppe. Das Kind kann, wenn es möchte, ein Kuscheltier oder etwas anderes mitbringen, das ihm Sicherheit bietet.

Der erste Trennungsversuch:

Ab dem 2. Tag kann mit dem ersten Trennungsversuch (je nach Kind) begonnen werden. Einige Minuten nach Ankunft in der Gruppe verabschiedet sich die Mutter von ihrem Kind und verlässt für kurze Zeit den Gruppenraum, bleibt aber in der Einrichtung.

Die Trennungsdauer soll nun kontinuierlich gesteigert werden, wobei wiederkehrende Rituale sehr hilfreich und unterstützend sind, z. B. winken, frühstücken gehen oder das schon er- wähnte Kuscheltier.

Die Stabilisierungsphase:

Diese beginnt an dem Tag, an dem das Kind gelassen auf die Trennung reagiert und sich von der Erzieherin trösten lässt.

Die Schlussphase:

Die Eingewöhnung ist beendet, wenn das Kind die Erzieherin als „ sichere Basis“ akzeptiert. Die Eingewöhnung kann je nach Kind und Situation unterschiedlich verlaufen, d. h. sie kann sich verlängern oder verkürzen.

 

3.5 PARTIZIPATION UND BESCHWERDEMÖGLICHKEITEN

 

In unserem Kindergarten geben wir den Kindern die Gelegenheit, selbst an ihrer kleinen Welt mitzuwirken und sie zu gestalten.

Dafür schaffen wir bei Gesprächskreisen oder dem Stuhlkreis eine Atmosphäre, die sie ermutigt, Ideen zu äußern, sich einzubringen, etwas zu hinterfragen oder sich zu beschweren. Dies geschieht in unterschiedlichen Gruppenzusammensetzungen, z.B. der Gesamtgruppe, in Arbeitskreisen oder in kleinen Gesprächsrunden. Bei diesen Treffen formulieren die Kinder ihre Wünsche, Vorschläge oder Beschwerden. Danach wird gemeinsam beschlossen, wie weiter vorgegangen wird. Auf den Wunsch von Kindern nach einem Einzelgespräch gehen wir ein und suchen mit dem Kind nach einer Lösung für sein  Problem.

 

Die Kinder erleben sich als Teil der gesamten Gruppe und des Kindergartens. Sie erleben echte Beteiligung, indem wir uns als Erwachsene dafür einsetzen, dass sich die Kinder auch wirklich beteiligen können, d.h. dass wir sie und ihre Bedürfnisse, Anregungen und Ideen wirklich ernst nehmen und uns begleitend darauf einlassen, manchmal wohl wissend, dass der, den die Kinder gewählt haben, falsch ist oder nicht zum gewünschten Erfolg führen könnte. Fehler sind zu gelassen und erlaubt.

 

Kinder treffen gemeinsam Absprachen, die ihr Miteinander im alltäglichen Umgang festlegen, wie z. B. die Benutzung der Fahrzeuge im Außenbereich oder wer zuerst und wie lange in den Bewegungsraum darf und was im Bewegungsraum erlaubt ist und warum.

Sie überprüfen regelmäßig diese Absprachen und verändern sie im Bedarf nach gemeinsamer Klärung mit den Kindern und den pädagogischen Fachkräften.

 

Bei der Raumgestaltung ist die Meinung der Kinder wichtig. Wie kann der Raum gestaltet wer- den, damit sich alle wohlfühlen, welche Spielecken sind den Kindern wichtig.

So gibt es im Alltag viele Gelegenheiten, dass die Kinder ihre Welt selbst gestalten.

 

IN DER KRIPPE

 

Mitbestimmung im Tagesablauf

In unseren beiden Krippengruppenwerden Kleinkinder ab 12 Monaten betreut. Das stellt uns vor die Herausforderung, die Bedürfnisse, Anliegen und Wünsche der Kleinsten anhand ihrer Mimik und Gestik zu erkennen. Das erfordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen unsererseits.

Unsere Leitfragen in Bezug auf Partizipation lauten:

„Was möchte mir das Kind durch sein Verhalten sagen?  Was braucht es? Was können und müssen wir tun, damit sich das Kind sicher und wohl fühlt?“

Viele Kinder sind noch nicht in der Lage sich verbal zu äußern. Daher sehen wir es als äußerst wichtig an, stets mit den Eltern der Kinder in engem Kontakt zu sein und sie nach den Besonderheiten und individuellen Bedürfnissen ihrer Kinder zu fragen. Bereits vor der Eingewöhnung in die Krippe findet ein Erstgespräch bei der Familie des jeweiligen Kindes in vertrauter Atmosphäre statt.

Während der Eingewöhnungsphase kommt das „Berliner Modell“ zum  Tragen.

Dieses ermöglicht eine höchst individuell zugeschnittene und an den Bedürfnissen der Kinder orientierte Eingewöhnung. In dieser besonders sensiblen Phase legen wir ein besonderes Augenmerk auf die intensive Beobachtung des Kindes. Da die Eltern ihr Kind am besten kennen, können sie in dieser Zeit helfen, die Mimik und Gestik ihres Kindes „ lesen“ zu lernen. Der Austausch mit den Eltern stellt für uns eine wichtige Säule für ein gutes Gelingen der Eingewöhnung dar.

Später, wenn die Kinder älter sind und sich verbal äußern können, ist es uns sehr wichtig, deren Anliegen ernst zu nehmen und wo möglich darauf einzugehen und gegebenenfalls Änderungen im Tagesablauf vorzunehmen. Das bedeutet für uns stets genau zu beobachten, hinzuhören und unsere Abläufe und Strukturen zu überdenken und zu reflektieren.

Jedoch möchten wir auch betonen, dass wir zum Schutz der Kinder auf ein gutes Maß an Grenzen und Regeln zu achten, die deren Sicherheit garantieren. Diese Grenzen und Regeln richten sich nach den Bedürfnissen der Kinder und müssen daher auch immer wieder neu diskutiert und überarbeitet werden.

Im Freispiel entscheiden die Kinder mit wem, wo und womit sie spielen möchten.

Beim Wickeln entscheiden die Kinder, von welcher Erzieherin sie gewickelt werden wollen und ob sie die Toilette benutzen möchten oder nicht. Wenn möglich wird auch der Zeitpunkt, wann das Kind gewickelt werden will, berücksichtigt.

Beim Frühstück und beim Mittagessen beobachten die Erzieherinnen was die Kinder gerne es­sen und gestalten das Angebot entsprechend. Die Kinder entscheiden selbst, was und wieviel sie essen möchten. Die Speisen und Getränke werden so dargereicht, dass sich die Kinder sel­ber schöpfen und einschenken können.

Uns ist es generell wichtig, täglich mit den Kindern ins Freie zu gehen und dabei die Bedürfnis­se des einzelnen Kindes zu berücksichtigen.

Beim täglichen Sitzkreis werden die Vorlieben und Wünsche der Kinder aufgegriffen. Die Teil­nahme der Kinder ist freiwillig.

Die Kinder entscheiden selbst, ob und wie lange sie schlafen wollen. Wenn Kinder außerhalb der vorgesehenen Schlafenszeit müde sind, können sie jederzeit schlafen. Es sind Ruhemöglichkei­ten wie Matten, Körbchen, Hochebene und Hängematte vorhanden.

Im Kreativbereich haben die Kinder freien Zugang zu Mal- und Knetutensilien. Scheren, Kleis­ter/ Kleber sind aus Sicherheitsgründen nicht frei zugänglich, aber jederzeit frei verfügbar.

Eigeninitiative und Selbständigkeit haben höchsten Stellenwert. Verschiedene Spielmateria­lien und Angebote, die die Sinne ansprechen und Fertigkeiten fördern werden bereitgestellt und nach intensiver Beobachtung ergänzt bzw. angepasst. Die Kinder können selbst auspro­bieren und werden dazu angeregt, ihre Fertigkeiten weiterzuentwickeln (AN- und Ausziehen, Hände und Mund abwischen, Tisch decken und abräumen, etc.)

Beschwerdemanagement

Die pädagogischen Fachkräfte beobachten die Kinder sehr genau. Sie nehmen sie in den Si­tuationen wahr, wie sie sich fühlen, ob sie fröhlich oder traurig sind oder ein Anliegen haben. Dieses Verhalten greifen die Mitarbeiterinnen auf und besprechen bzw. klären es mit ihnen, um so auf die Wünsche und Anliegen oder die Unzufriedenheit der Kinder einzugehen.

 

Mit wachsendem Sprachvermögen können die Kinder ihre Anliegen und Beschwerden selbst formulieren. Die pädagogischen Fachkräfte reden mit den Kindern, im Einzelgespräch oder in kleinen Gesprächsgruppen, über deren Anliegen und suchen gemeinsam mit ihnen nach Lösun­gen.

Bei all dem sind die Eltern wichtige Gesprächspartner, um möglichst viel über die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder zu wissen.

 

IM KINDERGARTEN


Es gibt im Kindergartenalltag viele Entscheidungen zu treffen. Einige betreffen die Kinder unmittelbar. Wir sind davon überzeugt, dass es pädagogisch sinnvoll ist, Kinder in diese Entscheidungen aktiv mit einzubeziehen.

Hierfür gibt es gute Gründe:

  • Die Kinder bekommen vermittelt, dass ihre Stimme etwas zählt und sie ernst genommen werden
  • Sie sehen, dass aus Entscheidungen Handlungsweisen mit Konsequenzen resultieren
  • Der gemeinsame Entscheidungsfindungsprozess ist für die Kinder eine Schule der Kompromissfindung, bei der sich nicht der lauteste, stärkste oder größte durchsetzt, sondern die überzeugendere Argumentation
  • Niemand möchte, dass über seinen Kopf hinweg Beschlüsse gefasst werden, Selbstbestimmung ist ein Grundrecht, das auch den Kleinsten schon gebührt

 

Jede Gemeinschaft braucht Regeln. Sie sind Garant für ein strukturiertes und ausgeglichenes Miteinander. Regeln sind für Kinder aber auch Orientierungshilfe, um den Alltag zu verstehen, Handlungsweisen als akzeptiert oder ablehnenswert zu klassifizieren. Durch klare, nachvollziehbare Regeln und selbst erarbeitete Absprachen erhält das Kind einen Bezugsrahmen und ein Sicherheitsgefühl.

Wir unterscheiden Regeln und Absprachen.

 

Regeln sind nicht verhandelbar. In den meisten Fällen geht es dabei um die Sicherheit der Kinder. Selbstverständlich werden diese mit den Kindern besprochen, dass sie einsichtig und nachvollziehbar sind.

Absprachen werden mit den Kindern gemeinsam erarbeitet. Das bedeutet, dass ihre Stimme gleichberechtigt zählt und sie am Entscheidungsfindungsprozess teilhaben.

Die Einhaltung von Absprachen wird größtenteils von den Kindern selber reguliert. Je nach Alter holen sie sich Unterstützung von einer Erzieherin.

In folgenden Bereichen können die Kinder selbstbestimmt entscheiden:

Freispiel:

das einzelne Kind wählt Spielpartner, Spielorte, Spielzeug selbst aus.

Frühstück:

In unserer Kita praktizieren wir das freie Frühstück, das heißt, das Kind bestimmt, wann es Hunger hat und etwas essen möchte. Unsere Frühstückszeit geht von 7.30 Uhr bis 10. 30 Uhr. Innerhalb dieses Zeitrahmens können die Kinder selbst bestimmen, wann sie essen wollen.

 

Morgen- und Stuhlkreise werden von den Kindern mitgestaltet. Themen der Kinder werden von den Erzieherinnen aufgegriffen und in die pädagogische Arbeit einbezogen.

 

Bei pädagogischen Angeboten entscheiden die Kinder selbst, ob sie sich aktiv beteiligen möchten oder nicht.

Bei den Mahlzeiten:

Die Kinder gestalten den Speiseplan weitgehend eigenständig, indem sie immer montags ihre Essenswünsche für die kommende Woche anmelden.

Kein Kind wird zum Essen gezwungen. Wir laden die Kinder ein, unbekannte Speisen zu probieren, akzeptieren aber, wenn das Kind nichts essen will. Bei Kindern, die auffallend häufig das Essen verweigern, suchen wir das Gespräch mit den Eltern.

 

In Spielbereiche ohne Aufsicht können die Kinder, die uns in verschiedenen Situationen ihre Verlässlichkeit bewiesen haben und sich an Absprachen halten.

Den täglichen Morgenkreis nutzen die meisten Kinder, um ihre Wünsche oder auch Beschwer- den zu artikulieren. Dort haben die Kinder ein Forum sich vielfältig einzubringen, zu diskutieren und auch manchmal zu akzeptieren, dass eigene Wünsche nicht immer berücksichtigt werden können sondern dass die Gruppe demokratisch abstimmt, wenn es gegenteilige Meinungen gibt.

 

 

Nicht alle Kinder haben den Mut, in der großen Gruppe ihre Anliegen und Beschwerden vorzutragen. Deshalb hat selbstverständlich jedes Kind auch das Recht und die Möglichkeit, seine Anliegen, Wünsche und Beschwerden den pädagogischen Fachkräften im Einzelgespräch vorzutragen. Gemeinsam überlegen sie dann, wie sie gemeinsam das Problem des Kindes lösen können.

 

 

3.6 ÜBERGANGSKONZEPT VON DER KRIPPE ZUM KINDERGARTEN

 

Um den Krippenkindern den Übergang von der Krippe in den Kindergarten zu erleichtern, haben wir ein Übergangskonzept erarbeitet, das für alle Gruppen verbindlich ist.

 

Die Kinder aus der Krippe müssen zu Beginn ihrer Kindergartenzeit einige Herausforderungen meistern, bei denen sie auf die Hilfe der Erzieherinnen angewiesen sind.

Sie kommen aus einer wohlbehüteten Kleingruppe mit 10 Kindern und müssen sich in einer Gruppe mit über 20, zunächst fremden Kindern und Erzieherinnen, zurecht finden lernen und einen neuen Tagesablauf verinnerlichen.

 

Uns ist es wichtig, dass wir jedem einzelnen Kind seinen individuellen Übergang, flexibel ausgerichtet auf seine Situation, gewähren können.

Im Vorfeld findet zunächst ein Austausch der Krippenerzieherin mit der künftigen Bezugserzieherin

statt, um wichtige Informationen über das betreffende Kind zu erhalten.

Mindestens zwei Monate vor dem Wechsel wird mit der Kontaktaufnahme begonnen.

Dazu besucht die Bezugserzieherin, evtl. mit zwei Kindern aus der Gruppe, zunächst das Kind in seinem gewohnten Umfeld, um es kennen zu lernen.

Die Anzahl der Besuche hängt von dem jeweiligen Kind und dessen Bedürfnissen ab. Wichtig ist, dass die vereinbarten Termine eingehalten werden.

 

Wenn eine erste Annäherung stattgefunden hat, wird das Kind und seine Krippenerzieherin in die neue Gruppe eingeladen, um dort alles kennen zu lernen und zu erforschen.

 

Diese „Schnupperzeit“ steigert sich je nach dem Bedarf des Kindes, bis es problemlos alleine, ohne Krippenerzieherin, in der neuen Gruppe bleibt und sich sicher fühlt.

In dieser Zeit kümmert sich die Bezugserzieherin vorrangig um das neue Kind.

 

Nach der vereinbarten Zeit holt die Krippenerzieherin das Kind wieder ab oder die Bezugserzieherin bringt es in die Krippe zurück.

Wenn das Kind dazu bereit ist, bringen die Eltern es am Morgen direkt in die neue Gruppe und es bleibt den Vormittag über da, so dass es sich langsam in das Gruppengeschehen und den Alltag integrieren kann, d.h. auch an Ausflügen, Geburtstagsfeiern oder anderen Aktivitäten teilnimmt.

Zum Mittagessen wird es in die Krippe abgeholt.

 

Wenn das Kind endgültig in die neue Gruppe wechselt, packt es gemeinsam mit seiner Krippenerzieherin seine Umzugskiste und räumt sie mit seiner Bezugserzieherin in der neuen Gruppe aus.

Dieses Ritual erleichtert dem Kind den Abschied aus seinem vertrauten Umfeld und gleichzeitig kann es sich bewusst auf das neue Abenteuer einlassen.

 

Bevor das Kind mit den „Schnuppertagen“ beginnt, stellt sich die neue Bezugserzieherin den Eltern vor und lädt diese zu einem Erstgespräch ein, um sich kennen zu lernen, Informationen auszutauschen und die Räumlichkeiten zu zeigen, in denen sich ihr Kind aufhalten wird.

 

3.7 ZUSAMMENARBEIT MIT DEN ELTERN

 

Der Kindergarten ergänzt und unterstützt die Erziehung in der Familie. Damit eine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich wird, sind wir im Gespräch mit Eltern und machen unsere Arbeit transparent. Eltern haben in uns Ansprechpartnerinnen, die ihnen Verständnis entgegenbringen. Wir gewinnen Einblick in die Lebenssituation der Kinder und sind besser in der Lage die Kinder zu verstehen.

 

Wir bieten gruppeninterne Elternabende an, bei denen es möglich ist, sich kennen zu lernen und gruppenspezifische Themen intensiver zu besprechen. Auch Bastelabende oder -nachmittage finden in der eigenen Gruppe statt. Jährlich wird ein kleines Fest oder ein Auslug veranstaltet. An einer gruppeninternen Infowand können sich die Eltern über das Geschehen in der Gruppe informieren.

Für die gesamte Einrichtung sind das Adventssingen, die Schneemannverbrennung, der Abschlussgottesdienst, den die Schulanfänger gestalten, der Sommertagszug und das St. Martinsfest Höhepunkte im Kindergartenjahr.

Den Kindergartenrichtlinien entsprechend wird zu Beginn eines Kindergartenjahres ein neuer Elternbeirat gewählt, der sich aus 20 Elternvertretern zusammensetzt. Aufgabe des Elternbeirates ist es, die pädagogische Arbeit im Kindergarten zu unterstützen und die Zusammenarbeit zwischen Kindergarten, Eltern und Träger zu fördern. Die Elternvertreter organisieren für die Eltern ihrer Gruppe sporadisch einen Elternstammtisch zu dem auch Erzieherinnen eingeladen werden.

 

3.8 ZUSAMMENARBEIT MIT ANDEREN ISTITUZIONEN

 

Wichtigster Ansprechpartner ist für uns der Kindergartenbeauftragte. In allen unseren Belangen ist er das Bindeglied zwischen Kindergarten und Pfarrgemeinde.

 

Zu den beiden Grundschulen der Gemeinde besteht ein regelmäßiger Kontakt in Form von Kooperation Kindergarten/ Grundschule, d. h. die Vorschulkinder besuchen in regelmäßigen Abständen die Schule. Eine Grundschullehrerin gestaltet die Stunden. In der Hauptsache soll dabei Wahrnehmung, Konzentration und Ausdauer der Kinder gefördert werden.

Der Rektor der Grundschule lädt die Eltern der künftigen „Erstkläßler“ zu einem Informationsabend ein.

 

Mit den beiden evangelischen Kindergärten am Ort besteht eine Zusammenarbeit in Form von Leiterinnentreffen und gemeinsamen, themenbezogenen Elternabenden.

Bei Bedarf vermitteln wir Kontakt zu Beratungsstellen und Therapeuten.

 

Gemeinsam mit Fachschulen sind wir Ausbildungsstätte für künftige Erzieherinnen. In unserem Stellenplan sind Ausbildungsplätze für Jahrespraktikantinnen und -praktikanten vorgesehen, die ihr Anerkennungsjahr bei uns machen wollen. Außerdem beteiligen wir uns an der PIA-Ausbildung mit einem Ausbildungsplatz.

Mehrmals im Jahr absolvieren Schülerinnen und Schüler von Realschulen und Gymnasien ein Sozialpraktikum in unserer Einrichtung.

 

Die Fachberatung des Caritasverbandes wird bei allen innerbetrieblichen Veränderungen z. B. Änderung der Öffnungszeiten einbezogen. Sie organisiert Fortbildungen und hat gegenüber dem Träger und den pädagogischen MitarbeiterInnen eine beratende Funktion.

 

4. UNSER TEAM

 

 

Unsere Arbeit beschränkt sich nicht auf die Arbeit mit den Kindern. Es finden jede Woche Teamsitzungen statt, an welchen die Mitarbeiterinnen teilnehmen. Dabei werden konzeptionelle, pädagogische und organisatorische Fragen und Probleme besprochen. Jede Mitarbeiterin kann hier ihre Vorstellungen einbringen.

Gegenseitige Akzeptanz, Unterstützung, Vertrauen, Zuverlässigkeit und Kritikfähigkeit sind wichtige Voraussetzungen für die Zusammenarbeit, damit Vereinbarungen und Entscheidungen von allen Teammitgliedern umgesetzt und mitgetragen werden. Die Stärke des Teams liegt in den unterschiedlichen Persönlichkeiten und ihren Stärken, Interessen und Kompetenzen, woraus sich eine kreative Gemeinschaft entwickelt.

Folgende Aktivitäten betreffen das gesamte Team:

  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Feste im Jahreskreis
  • Die Mitarbeiterinnen arbeiten in ihren jeweiligen Gruppen eng zusammen und entwickeln gemein- sam Themen, die auf die Ideen und Bedürfnisse der Kinder abgestimmt sind
  • Regelmäßige Treffen der Erzieherinnen außerhalb der Arbeitszeit fördern den Kontakt der Kolleginnen untereinander


 

4.1 QUALITÄTSENTWICKLUNG UND-SICHERUNG

 

Das Personal des Kindergartens besteht aus qualifizierten Fachkräften.

Es finden regelmäßig Teambesprechungen statt, um intensiv an pädagogischen Themen zu arbeiten und es finden Fallbesprechungen statt.

Das Team erhält bei Bedarf Supervision, um seine pädagogische Arbeit neu zu hinterfragen und zu überprüfen.

Zweimal im Jahr haben gibt einen Planungstag. An diesem Tag ist der Kindergarten geschlossen. Einmal im Jahr findet ein Zielvereinbarungsgespräch zwischen der Leiterin und den Mitarbeiterinnen statt.

Die pädagogischen Fachkräfte nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil, um so immer wieder neue Impulse für die Arbeit zu bekommen. Darüber hinaus finden auch Teamfortbildungen zu pädagogischen Themen statt, um für die Arbeit auf dem aktuellen Stand zu sein.

 

Die Mitarbeiterinnen nutzen die Materialien aus dem Quintessenz Handbuch der Caritas zur Weiterentwicklung der Arbeit.

In regelmäßigen Abständen wird die Konzeption überprüft.

 

5. SCHLUSSWORT

 

 

In der heutigen Zeit sind wir einer Flut von Informationen ausgesetzt. Besonders junge Eltern und deren Angehörige zeigen immer häufiger das Bedürfnis, sich möglichst umfassend über die Einrichtung, in der ihr Kind betreut werden soll, zu informieren.

Diese Konzeption soll helfen, einen Einblick in den pädagogischen Alltag unserer Einrichtung, entwicklungspsychologisches- sowie pädagogisches Grundwissen, und die Verknüpfungen mit anderen Institutionen und der Gemeine zu bieten. Jedoch kann sie nicht dem Anspruch gerecht werden, die Individualität der pädagogischen Arbeit in den einzelnen Gruppen wider zu spiegeln. Die Anforderungen, die jeden Tag neu und anders von den Kindern an das pädagogische Personal gestellt werden, lassen sich nicht detailliert zu Papier bringen.

Dennoch ist es uns sehr wichtig, dieser spannenden und bereichernden Arbeit einen Rahmen zu geben, um ein gewisses Maß an Verbindlichkeit und Standard voraussetzten zu können, an dem sich das pädagogische Handeln des Fachpersonals orientiert.