Lebensjahre

 

 

Eingewöhnungskonzept der Krippengruppen

 

 

 

Liebe Eltern,

 

hier möchten wir Ihnen unser Eingewöhnungskonzept vorstellen. Mit diesem speziellen Konzept möchten wir Ihrem Kind den Übergang in die Krippe erleichtern. Dabei sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen, um diesen möglichst schonend für Ihr Kind gestalten zu können.

 

Für Sie und Ihr Kind beginnt ein neuer Abschnitt. Der Übergang aus der Familie in die neue Umgebung der Kinderkrippe ist für das Kind eine Herausforderung: Es muss sich an die neue Umgebung gewöhnen, sich auf ihm fremde Erwachsene einlassen und sich mit anderen Kindern auseinandersetzen. Das Kind muss sich auf einen neuen Tagesablauf einstellen und sich mehrere Stunden von seinen Eltern trennen.

 

Diese neuen Situationen und Veränderungen bedeuten für das Kind Stress. Die Gestaltung der Eingewöhnungszeit ist deshalb von großer Bedeutung für alle Beteiligten und ohne Unterstützung und Anwesenheit der Eltern undenkbar. Eine gelungene Eingewöhnung trägt zum Wohlbefinden des Kindes bei. Kinder, die eine gute und ihrem Tempo angepasste Eingewöhnung erleben, sind im Allgemeinen neugieriger, lernbereiter, weniger krank und sie entwickeln sich besser.

 

Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen einen Leitfaden in Hand geben, an dem Sie sich orientieren können und erfahren, was mit Ihrem Kind während der ersten Tage geschieht. Wir bitten Sie jedoch, Ihre persönlichen Fragen zur Eingewöhnung an die Bezugserzieherin, die auch die Eingewöhnung Ihres Kindes übernimmt, zu stellen. So können Bedenken, Sorgen und Missverständnisse geklärt und ausgeräumt werden.

 

Wir freuen uns auf Ihr Kind und auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Ihnen.

 

Ihr Krippenteam

 



 

 

 

 

 

Bevor es los geht:

 

Ca. einen Monat vor Aufnahme in die Krippe wird sich die Bezugserzieherin (die Erzieherin, die Ihr Kind eingewöhnen wird) mit Ihnen in Verbindung setzen und einen Hausbesuch vereinbaren.

 

Bei diesem Termin hat das Kind die Möglichkeit, die Erzieherin in seinem gewohnten Umfeld kennen zu lernen. Da wir im Vorfeld möglichst viel über Ihr Kind erfahren möchten, werden wir Ihnen viele Fragen zu Ihrem Kind stellen. Diese Informationen sind sehr wichtig für uns, um Sicherheit im Umgang mit Ihrem Kind zu haben.

 

Unsere Krippengruppen sind auf die Altersstufe Ihres Kindes vorbereitet, die personellen und räumlichen Rahmenbedingungen sind vorhanden. Damit sich Ihr Kind wohlfühlen kann, ist eine behutsame und Ihrem Kind angepasste Eingewöhnung entscheidend. Während der Eingewöhnung ist eine enge Zusammenarbeit von Eltern und Bezugserzieherin unabdingbar.

 

Eltern sind und bleiben die wichtigsten Bezugspersonen für Ihr Kind. Nur durch die gute und vertrauensvolle Beziehung zu Ihnen, ist es dem Kind möglich, eine zusätzliche Beziehung zu den Erzieherinnen in der Krippe aufzubauen.

 

Die Erziehung in der Krippe unterscheidet sich von der Erziehung in der Familie. Sicher haben Sie Bedenken, ob Ihr Kind genug Beachtung findet. Die Bezugserzieherin ist eine eigens für Ihr Kind bestimmte Erzieherin, die Sie und Ihr Kind während der Eingewöhnungsphase begleitet. Auch danach ist es die Aufgabe der Erzieherin ihr Kind zu begleiten und auf seine individuellen Bedürfnisse und Interessen zu achten. Darüber hinaus sind alle in der Gruppe beschäftigten Erzieherinnen  für ihr Kind verantwortlich und können Ihnen über Ihr Kind Auskunft geben oder Informationen entgegen nehmen. Durch Beobachtung und Äußerungen Ihres Kindes und den Austausch mit Ihnen wird Ihr Kind individuell in seiner Entwicklung unterstützt und gefördert.

 

Die Dauer der Eingewöhnung ist bei jedem Kind verschieden. Nehmen Sie sich bitte sechs Wochen Zeit. Wichtig ist, dass Sie während der Eingewöhnungsphase in der Krippe persönlich anwesend sind. An den ersten drei Tagen begleiten Sie Ihr Kind für ca. eine Stunde in die Krippe. Sie müssen dabei nicht viel tun: Ihre Anwesenheit im Raum genügt, um Ihrem Kind Sicherheit zu geben. Wenn es sich überfordert fühlt, kann es zu jeder Zeit in Ihren schützenden Arm zurück.

 

Nach ca. drei bis vier Tagen trennen Sie sich für kurze Zeit von Ihrem Kind. Je nach Reaktion des Kindes auf die Trennung wird diese in den kommenden Tagen verlängert.

 

Je nachdem, wie sicher sich Ihr Kind fühlt, kann die Anwesenheitszeit verlängert werden. Die Eingewöhnung ist dann abgeschlossen, wenn Ihr Kind die Erzieherin als neue Bezugsperson anerkannt hat und ihr vertraut.

 

Ausgehend von den Bedürfnissen Ihres Kindes wird mit Ihnen die Eingewöhnungszeit individuell vereinbart. Planen Sie bitte unbedingt vier bis sechs Wochen für die Eingewöhnung ein. Unvorhergesehene Dinge, wie z.B. Krankheit des Kindes, können die Eingewöhnung verlängern!

 

Wenn es Ihnen nicht möglich ist, die Eingewöhnung selbst zu begleiten, kann diese auch durch eine andere, dem Kind vertraute Person (z.B. Großmutter, Tante usw.), begleitet werden. Diese sollte während der Eingewöhnung möglichst nicht wechseln.

 

Geben Sie dem Kind Zeit und Geduld für die Eingewöhnung. Ein Lieblingsspielzeug oder Kuscheltier kann dem Kind in der fremden Umgebung Trost und Sicherheit geben. Bringen Sie bitte auch den Schnuller mit, sofern Ihr Kind einen benutzt.

 

Bequeme Kleidung, die auch schmutzig werden darf, ist das richtige Outfit für die Krippe. Wechsel- und wetterfeste Kleidung sollten ebenfalls in der Krippe vorhanden sein. Die Erzieherin wird Ihnen beim Hausbesuch eine Liste mit den benötigten Dingen aushändigen.

 

 

 

Die ersten Tage:

 

Nach der Begrüßung zeigt Ihnen die Erzieherin einen Platz, von dem aus Sie Ihr Kind gut beobachten können und Ihr Kind Sie sehen und erreichen kann. Verhalten Sie sich passiv, dennoch aufmerksam Ihrem Kind zugewandt, so dass Ihr Kind die neue Umgebung erkunden kann. Auch wenn Ihr Kind fröhlich und ausgelassen wirkt, bedeutet dies nicht, dass Ihre Anwesenheit nicht erforderlich ist. Ihr Kind kann so sein, weil Sie dabei sind.

 

Wenn sich Ihr Kind nicht von Ihnen löst, lassen Sie ihm Zeit bis es sich lösen kann. Reagieren Sie positiv auf Annäherung und Blickkontakt. Wenn das Kind in den ersten Tagen noch sehr Ihre körperliche Nähe sucht, auf Ihren Arm will oder auf Ihrem Schoss sitzen möchte, lassen Sie es zu. Es ist völlig in Ordnung.

 

Füttern und Wickeln übernehmen Sie noch in den ersten Tagen, danach übernimmt die Erzieherin diese Aufgaben in Ihrer Anwesenheit, später alleine.

 

Die erste Trennung  sollte nicht in den ersten drei Tagen stattfinden. Bei den ersten Trennungsversuchen sollten Sie in der Einrichtung bleiben. Die Erzieherin wird mit Ihnen die Dauer des Trennungsversuchs besprechen (höchstens 30 min.) und Ihnen mitteilen, wo Sie sich aufhalten können, um jederzeit erreichbar zu sein. Halten Sie die Verabschiedung kurz, auch wenn es Ihnen schwer fällt. Ein in die Länge gezogener Abschied belastet Ihr Kind unnötig. Verabschieden Sie sich nur einmal, aber klar und deutlich, z.B.: „Johanna, Mama geht jetzt kurz raus. Ich komme gleich wieder“. Warten Sie kurz im Flur, ob Ihr Kind das Weggehen akzeptiert oder ob die Erzieherin Sie gleich wieder herein bittet.

 

Wenn Ihr Kind bei der Verabschiedung weint oder schreit, ist das eine normale Verhaltensweise. Sie ist Ausdruck einer tiefen Bindung des Kindes an die Mutter. Wenn es der Erzieherin noch nicht gelingt, das Kind zu trösten, werden Sie nach kurzer Zeit wieder in den Gruppenraum gebeten.

 

Während Sie draußen sind, spricht die Erzieherin mit Ihrem Kind, begleitet und unterstützt es bei der Erkundung des Raumes und der Kontaktaufnahme zu den anderen Kindern.

 

Lässt das Kind sich trösten und ablenken, werden Sie erst nach der vereinbarten Zeit wieder in den Gruppenraum gebeten.

 

Wenn Sie wieder den Gruppenraum betreten, begrüßen Sie Ihr Kind und nehmen Sie wieder Ihren Platz ein. Die Erzieherin wird die Reaktion Ihres Kindes beobachten und kann daraus Rückschlüsse ziehen, wie sicher Ihr Kind sich schon in der Krippe fühlt.

 

 

 

Die Eingewöhnung:

 

Wie lange die Eingewöhnung dauert, entscheidet Ihr Kind. Jedes Kind braucht seine ganz eigene Zeit, um das nötige Vertrauen zu der Erzieherin aufzubauen. Nehmen Sie sich hierfür vier bis sechs Wochen Zeit. Die Eingewöhnung ist dann abgeschlossen, wenn Ihr Kind eine vertrauensvolle Beziehung zu der Erzieherin hat, wenn das Kind sie als sichere Basis akzeptiert. Dies erkennen Sie daran, ob sich Ihr Kind von ihr trösten und wickeln lässt. Ein gut eingewöhntes Kind zeigt sich neugierig und interessiert an seiner Umgebung und gibt seinem Forscher- und Entdeckerdrang nach. Die Erzieherin wird jeweils den nächsten Schritt mit Ihnen absprechen.

 

Wenn Ihr Kind mehr Zeit zur Eingewöhnung benötigt, ist das kein Mangel oder Versagen des Kindes. In wenigen Fällen muss der Eingewöhnungsversuch mehrfach wiederholt werden. Ganz selten lässt sich ein Kind nicht eingewöhnen. Dann sollte darüber nachgedacht werden, ob das Kind zum jetzigen Zeitpunkt eine Betreuung in der Krippe verkraften kann.

 

Sollte das Kind oder die Erzieherin während der Eingewöhnungsphase krank werden, dann muss u. U. die Eingewöhnung noch einmal von vorne begonnen werden, wenn möglich mit den gleichen Bezugspersonen.

 

Wenn das Kind in der Krippe schlafen soll, wird ein Schlafversuch frühestens gegen Ende der 2. Woche durchgeführt. Das Kind lernt zusammen mit der Mutter den Schlafraum kennen, Erzieherin und Mutter richten zusammen den Schlafplatz des Kindes her. Wenn das Kind aufwacht, rufen wir Sie umgehend an und bitten Sie ihr Kind abzuholen. Bitte beachten Sie: Wir lassen das Kind „ausschlafen“, das heißt, dass es nicht zu einer bestimmten Zeit geweckt wird. Die Eingewöhnungszeit als auch der spätere Alltag sind für das Kind anstrengend und wir möchten dem Erholungsbedürfnis des Kindes Rechnung tragen.

 

In der Schlussphase der Eingewöhnung übernehmen die Eltern eine Art „Bereitschaftsdienst“. Das bedeutet, dass Sie nicht anwesend, aber dennoch für alle Fälle erreichbar sein sollten und ggfs. das Kind in der Einrichtung abholen können.

 

Wenn Sie noch Fragen haben, beantworten wir diese gerne. Wir möchten, dass es Ihnen mit Ihrer Entscheidung, Ihr Kind in eine Krippenbetreuung zu geben, gut geht. Und wir möchten vor allem, dass es Ihrem Kind gut geht. Deshalb ist uns der Austausch mit Ihnen sehr wichtig. Nur so können wir Bedenken, Sorgen und Missverständnisse ausräumen.

 

 

 

Wir wünschen Ihrem Kind und Ihnen eine entspannte Zeit  in unserer Krippe.

 



 

 

 

Partizipation und Beschwerdemöglichkeiten in der Krippe

 

Mitbestimmung im Tagesablauf

 

Im Freispiel entscheiden die Kinder mit wem, wo und womit sie spielen möchten.

 

Beim Wickeln bestimmen die Kinder, von welcher Erzieherin sie gewickelt werden möchten und ob sie die Toilette benutzen möchten, oder nicht. Wenn möglich, wird auch der Zeitpunkt, wann das Kind gewickelt werden will, berücksichtigt.

 

Beim Frühstück und beim Mittagessen beobachten die Erzieherinnen, was die Kinder gerne essen und gestalten das Angebot entsprechend. Die Kinder entscheiden selbst, was und wieviel sie essen möchten. Das Essen und die Getränke werden so dargereicht, dass sich die Kinder selbst aufschöpfen und einschenken können. Die Teilnahme an den Mahlzeiten ist freiwillig.

 

Während der Hofzeit ist es uns  generell wichtig, dass wir mit den Kindern an die frische Luft gehen, jedoch gehen wir, wenn dies personell möglich ist, auf die Bedürfnisse der einzelnen Kinder ein.

 

Im Sitzkreis werden die Vorlieben und Wünsche der Kinder aufgegriffen. Sie Teilnahme ist freiwillig.

 

Beim Schlafen entscheiden die Kinder selbst, wie lange sie schlafen wollen. Wenn Kinder außerhalb der Schlafenszeit müde sind, können sie jederzeit schlafen. Es sind Ruhemöglichkeiten wie Matten, Körbchen, Hochebene und Hängematte vorhanden.

 

Eigeninitiative und Selbständigkeit haben höchsten Stellenwert. Verschiedene Spielmaterialien und Angebote, die die Sinne ansprechen und Fertigkeiten fördern, werden bereit gestellt und nach intensiver Beobachtung ergänzt bzw angepasst. Die Kinder können sich selbst ausprobieren und werden dazu angeregt, ihre Fertigkeiten weiterzuentwickeln ( An- und Ausziehen, Hände und Mund abwischen, Tisch decken und abräumen, etc)

 

Im Kreativen Bereich haben die Kinder freien Zugang zu Mal- und Knetutensilien. Scheren, Kleister/Kleber sind aus Sicherheitsgründen nicht frei zugänglich, aber jederzeit verfügbar.

 

In Schlafraum, Küche und Flur ist ungestörtes Spiel möglich.

 

 

Die Eingewöhnung im Kindergarten

Der Start in die Kindergartenzeit bedeutet sowohl für die Eltern, als auch für das Kind eine große Veränderung. Dieser Übergang ist eine wichtige Phase der kindlichen Entwicklung und oftmals die erste Trennung von den Bezugspersonen.

Auch den Eltern fällt es meistens schwer, ihr Kind in ein neues Umfeld und zu  neuen Bezugspersonen zu geben.

Um diesen Start für alle Beteiligten so angenehm wie möglich zu gestalten, möchten wir allen Kindern und Eltern eine individuelle Eingewöhnungszeit ermöglichen und die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Elternhaus bilden.

Das Ziel der Eingewöhnungszeit ist es, ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen dem Kind und der Erzieherin aufzubauen und so die  Voraussetzung für eine erfolgreiche Kindergartenzeit zu schaffen.

  

1. Das Erstgespräch

Die Bezugserzieherin der Gruppe lädt die Eltern zu einem ersten Elterngespräch in unsere Einrichtung ein, oder sie macht, wenn möglich, einen Besuch zu Hause.

Hier erhalten Sie Informationen über den Ablauf der Eingewöhnung, sowie über den Kindergarten.

Um die Gewohnheiten Ihres Kindes kennen zu lernen, haben wir einen Fragebogen vorbereitet.

 

2. Die Grundphase

Unser Ziel ist es, die Eingewöhnungszeit individuell zu gestalten. Die Bedürfnisse ihres Kindes stehen im Vordergrund. 

In der Regel sind mehrere Tage, im Einzelfall sogar mehrere Wochen für diesen wichtigen Prozess notwendig. Ihr Kind hat in dieser Zeit die Möglichkeit, sich in der Gruppe zu orientieren, sowie Kinder und Erzieherinnen kennen zu lernen.

Während der ersten Tage kommen Sie mit Ihrem Kind für ca. 1-2 Stunden in die Gruppe. Ihr Kind kann, wenn es möchte, ein Kuscheltier, ein Schnuffeltuch o.ä. mitbringen, das ihm Sicherheit bietet.

  

3. Der erste Trennungsversuch

Ab dem 2. Tag kann mit dem ersten Trennungsversuch (je nach Kind) begonnen werden. 

Einige Minuten nach Ankunft in der Gruppe verabschieden Sie sich von Ihrem Kind, verlassen für kurze Zeit den Gruppenraum, bleiben jedoch in den Räumlichkeiten der Einrichtung.

Die Trennungsdauer soll kontinuierlich gesteigert werden, wobei wiederkehrende Rituale sehr hilfreich und unterstützend sind, z.B. winken, frühstücken gehen, das bereits erwähnte Kuscheltier, o.ä.

  

4. Die Stabilisierungsphase

Diese beginnt ab dem Tag, an dem Ihr Kind gelassen auf die Trennung reagiert und sich von der Erzieherin trösten lässt.

 

5. Die Schlussphase 

Die Eingewöhnung ist beendet, wenn Ihr Kind die Erzieherin als „sichere Basis“ akzeptiert.

 

Die Eingewöhnung kann je nach Kind und Situation unterschiedlich verlaufen, d.h. sich verlängern oder verkürzen.

 

 

Was wir uns von Ihnen wünschen

  

Die elternbegleitende Eingewöhnung

Sichere Basis sein....

 

 

 

Der eingewöhnende Elternteil bietet dem Kind die „sichere Basis“

                - bleibt passiv präsent – unterhält es aber auch nicht

                - drängt das Kind nicht, sich zu entfernen und akzeptiert, wann immer                 das Kind Ihre Nähe sucht

                - das Gefühl, jederzeit die Aufmerksamkeit von Mutter und Vater haben             zu können, erleichtert dem Kind die Eingewöhnung und trägt zu einer      guten Anfangssituation bei

                - lassen Sie Ihr Kind spüren, dass auch Sie die Erzieherin als

 

                  Vertrauensperson annehmen

 

 

 

Die Verhaltensweisen des Kindes akzeptieren

  

ihnen ihre individuelle Zeit lassen – nicht drängeln

 

In den nächsten 3 Jahren wird der Kindergarten zum wichtigsten Sozialisationsraum neben der Familie. Deshalb entscheidet die Eingewöhnung über den Kindergartenerfolg. Als Starterleichterung hat sich eine elternbegleitende und bezugspersonenorientierte Eingewöhnung bewährt. Darunter versteht man: Eingewöhnung zusammen mit einem Elternteil, individuelle Verweildauer in den ersten Tagen, Abholzeiten einhalten. Im Kindergartenalltag erlebt das Kind viele verschiedene Situationen und muss Veränderungen im Tagesablauf  akzeptieren. Es muss für sich Entscheidungen treffen, z.B. was und mit wem spielen, wann gehe ich frühstücken (freies Frühstück), auf die Toilette gehen, auf seine Tasche, Kleider und mitgebrachte Spielsachen achten. Natürlich lassen wir Ihr Kind in dieser Situation nicht alleine, sondern begleiten und unterstützen das Kind. Nach der Eingewöhnung werden die gleichaltrigen Spielkameraden immer wichtiger. Die Sprachfähigkeit erlaubt nun eine echte Verständigung. Im Spiel, das sich zuerst alleine, dann nebeneinander, dann miteinander entwickelt, wird nun geplant, organisiert und entschieden, gebaut und gemalt.

Dazu bieten wir den Kindern Materialien und Räume um sich Auszuprobieren. Im Rollenspiel d.h. zusammen mit anderen eine fiktive Rolle einzunehmen, übt es sein Sozialverhalten. Es erlebt Stimmungswechsel, kann Gefühle zulassen und seine Ängste, Wünsche und Freude ausdrücken. Die Regelspiele, das sind Sportspiele, Tischspiele und Gesellschaftsspiele, hier müssen festgelegte Regeln eingehalten werden. Es lernt zu gewinnen und zu verlieren!! Das Fragealter beginnt, nun stellen sie: Wieso – Weshalb – Warum Fragen. Mit 4 Jahren kommt das Mengenverständnis hinzu. Sie verstehen Begriffe wie -viele, wenige, was gestern und heute – bedeutet. Das Malen entwickelt sich von den „Kritzelbildern“ bis zu den „Kopffüßlern“. Mit viel Spaß schneiden und kleben sie am Maltisch. Wichtige Übungen für die Feinmotorik. In diesem Alter braucht das Kind viel Bewegung, das stillsitzen fällt ihm schwer. Bewegungsfreude ist ein wichtiger Entwicklungsimpuls der im Kindergarten gefördert wird. Dies geschieht mit Spielen im Hof, Spaziergängen und im Bewegungsraum. Die eigene Persönlichkeit entwickelt sich und sie haben ihren Platz in der Gruppe gefunden.

Kinder im 5. Lebensjahr wollen vor allem eins: sich selbst ausprobieren.  Für die Entwicklung von Eigeninitiative und Selbständigkeit brauchen sie Erwachsene, die ihnen dafür Experimentier – und Freiräume zur Verfügung stellen. Moralisches Wissen und soziale Kompetenzen werden erworben. Dabei ist erwiesen, dass Kinder, die sich selbst behaupten können und ein hohes Selbstwertgefühl haben, meist sehr prosozial und aktiv sind. Lese – und Rechtschreiberfahrung  In seiner bisherigen Sozialisation hat das Kind erfahren, dass es wichtig ist, Informationen längerfristig zu speichern und die Schrift als möglichen Austausch zu verstehen. Die ersten „schriftlichen Begriffe“ halten sie in Bildern fest, wobei die Begeisterung für Schrift gefördert werden muss und nicht durch ständige Korrekturen gebremst werden soll. Kommunikation fördert die Sprachentwicklung, die emotionale Ausdrucksfähigkeit und das Selbstbewusstsein und gibt seiner Welt eine Struktur. Fünfjährige Kinder können zwischen „gut“ und „schlecht“ unterscheiden und wissen, was in ihrer Kultur als „richtig“ oder „falsch“ angesehen wird (moralisches Wissen).


Partizipation und Beschwerdemöglichkeiten

 

Kinder in Kindertageseinrichtungen haben das Recht, an allen Entscheidungen, die sie betreffen, beteiligt zu werden. Die strukturelle Verankerung von Partizipation verlangt die Einführung institutionalisierter Beteiligungsformen, die für Erwachsene wie für Kinder einen festen Platz im Alltag haben.

Autonomie und Solidarität als komplementäre Erziehungsziele sind im Hinblick auf die Entwicklung einer individuellen Persönlichkeit als auch einer demokratischen Gesellschaft aktuell und unverzichtbar.

Eigensinn und Gemeinsinn können sich nur dann gleichermaßen entfalten, wenn einerseits Konflikte angenommen und andererseits die Aushandlungsprozesse so gestaltet werden, dass alle Beteiligten weitgehend zufrieden sind.

Ein offenes Umfeld voller Anregungen, das die Kinder stets aufs Neue motiviert selbständig zu entscheiden, womit und mit wem sie sich beschäftigen, kann dazu beitragen.

Die Ergebnisse der neuesten Hirnforschung beinhalten, dass sich im Gehirn des Kleinkindes vor allem dann Synapsen bilden, wenn es selbstwirksam ist, selbstbildend und aktiv beteiligt.

Das Kind muss die Welt nicht als etwas Vorgegebenes erfahren, es muss sie für sich neu erfinden.

 

Aber jede Gemeinschaft braucht auch Regeln, um in friedlicher Koexistenz leben zu können, denn Regeln geben Orientierung und Struktur im Tagesablauf, was für Kinder besonders wichtig ist, um sich sicher zu fühlen.

 

Bei uns in der Einrichtungen können die Kinder in folgenden Bereichen selbstbestimmt entscheiden:

 

im Freispiel

bei der Wahl des Spielpartners, der Spielorte und des Spielmaterials

 

beim freien Frühstück,

d.h., das Kind kann in einer Zeitspanne von 7.30 – 10.30 Uhr selbst bestimmen, wann es etwas essen möchte

 

die Morgen – und Stuhlkreise

werden von den Kindern mitgestaltet. Themen der Kinder greifen die Erzieherinnen auf und ziehen sie in die pädagogische Arbeit mit ein 

 

bei pädagogischen Angeboten

entscheiden die Kinder selbst, ob sie sich aktiv beteiligen möchten oder nicht

 

bei den Mahlzeiten

wird kein Kind zum Essen gezwungen. Wir laden die Kinder ein, unbekannte Speisen zu probieren, akzeptieren aber, wenn es nichts essen möchte.

Wenn ein Kind einmal das Hauptgericht verweigert und nur das Dessert essen möchte, ist das auch in Ordnung. Bei auffällig häufiger Verweigerung suchen wir das Gespräch mit den Eltern.

 

in Spielbereiche ohne Aufsicht

dürfen vor allem Kinder, die uns in verschiedenen Situationen ihre Verlässlichkeit bewiesen haben

und sich an Absprachen halten

 

Noch zu klärende Aspekte:

Zusammenstellung der Speisekarte – Essensauswahl?

Kleidung für draußen auswählen dürfen?


  • Fünfjährige erleben in allen Entwicklungsbereichen eine Differenzierung und Spezialisierung. Im Kindergarten sind sie nun die „ Großen“, die allmählich auf die Schule vorbereitet werden. Auch wenn die Kinder sich Fähigkeiten und Wissen aktiv aneignen, benötigen Selbstbildungsprozesse immer einen sozialen Rahmen.
  • Sprachverständnis hat sich weiterentwickelt, doch sie nehmen alles Gesagte noch wortwörtlich und interpretieren es auch so.
  • Motorisch gelingt ihnen fast alles. Wird ihre Bewegungsfreude gefördert, nehmen Körperbeherrschung, Geschicklichkeit, Schnelligkeit und Ausdauer immer mehr zu.
  • Das sensomotorische Spiel ist immer noch begehrt. Konstruktionsspiele werden ausdifferenziert. 5 – 6 jährige genießen Materialvielfalt. Sie werden erfinderischer und entwickeln eine Art Phantasiespiel mit den Materialien.
  • Gemeinschaftliche Rollenspiele mit klassischen Themen wie Familie oder Schule stehen hoch im Kurs.
  • Neue Denkvorgänge starten, ein selbst konstruiertes, abstraktes Wissen wird angelegt. Sie erkennen Farben, benennen  und sortieren sie nach Nuancen in Gruppen von Rot – oder Blautönen, ordnen Gegenstände nach Größen und vergleichen Form, Größe, Anzahl. (Dies alles spiegelt eine logisch-mathematische Denkweise wider).
  • Es ist die verspürte Erwartung eines für möglich gehaltenen Erfolgs, vermittelt durch Ermutigung, Unterstützung und Zuneigung, die Kinder eine Herausforderung annehmen und Neues lernen lässt.
  • „Lehren heißt nicht ein Fass füllen. Sondern eine Flamme entzünden“(Heraklit).
  • Bei dem Begriff „Bildung“ denkt man meist nur an kognitive Prozesse. Doch die Wahrnehmung mit allen Sinnen, das Körpergefühl, die Emotionen, aber auch die sozialen Beziehungen zu anderen Menschen gehören dazu.
  • Lern –und Bildungsprozesse bedürfen der Unterstützung, Anregung und Herausforderung in der sozialen Interaktion, vor allem in der Kommunikation.
    Kompetenzen können nicht vermittelt, sie müssen vom Kind erworben werden, indem es sich diese aktiv aneignet.
  • Dies geschieht, indem die kindlichen Themen beachtet und aufgegriffen, Respekt vor Ideen, Aktionen und dem Bedürfnis nach Erweiterung seines Wissens, seines Bewegungsdranges und seiner sozialen Kontakte gewährt werden.
  • Fünfjährige wissen, dass sie Jungs oder Mädchen sind und verhalten sich danach (geschlechtsspezifische Verhaltensweise).

 

 

Jedes Kind baut sich seine Geschlechtsidentität aus zwei Bestandteilen:

 

  • Individuelle Anteile und Erfahrung von außen und  Selbstbild
  • Eine persönliche Identifikation mit seinem Geschlecht ist dann gelungen, wenn ein Kind sich selbst in möglichst vielfältigen Situationen erfahren konnte und aus einem reichen Angebot(bewusst nicht geschlechtsspezifisch) wählen konnte, was ihm besonders liegt.
  • In allen Bereichen und Phasen kann die Entwicklung im Vergleich zu anderen Kindern extrem abweichen. Spätestens im Vorschulalter provoziert das in der Gruppe massive Reaktionen.

Was kann im Vorfeld dagegen unternommen werden:

 

  • Keine Entwicklungsschritte aufdrängen, für die es noch nicht reif ist
  • Individualität anerkennen, Verhalten richtig deuten
  • Anerkennung für Person, nicht für Leistung
  • Umwege und Irrtümer zulassen
  • Je mehr Probleme das Kind aus eigener Kraft gelöst hat, desto größer ist seine Zuversicht, auch bei zukünftigen, unerwarteten Problemen eine Lösung zu finden. (mit 5 – 6 Jahren sollte man diese Erfahrung schon mehrmals gemacht haben).

Bereit für die Schule ist ein Kind,

 

  • wenn es bei zahlreichen Gelegenheiten erfahren hat, dass es selbst entscheiden und handeln kann,
  • wenn es mit Erfolg und dem Bewusstsein eigener Fertigkeiten ebenso umgehen kann wie mit Situationen des „dosierten“ Scheiterns,
  • wenn es über Gruppenfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, Rücksichtnahme, verbale Ausdrucksfähigkeit, Spielkompetenz und Frustrationstoleranz verfügt.

Grundsätzliche Gedanken:
Die Kinder brauchen insbesondere im letzten Kindergartenjahr vielfältige Möglichkeiten, sich spielend miteinander und mit der Welt auseinanderzusetzen. Weil Kinder im letzten Kindergartenjahr häufig mit Leistungsanforderungen im kognitiven Bereich konfrontiert werden, wollen wir ihnen einen Raum bieten, der spielerisch zu eigenständigem Handeln und Erproben der eigenen Fähigkeiten einlädt. Fähigkeiten, wie Umgang mit Konkurrenz und das Austragen von Konflikten, können Kinder nur in der Gemeinschaft mit anderen entwickeln. Durch die gruppenübergreifenden, wöchentlichen Treffen der Vorschüler lernen die Kinder, sich auf eine neue Gruppenzusammensetzung einzustellen und sich auf evtl. weniger vertraute Erzieherinnen einzulassen.

Es ist uns wichtig, den Kindern über das Erleben und Handeln vielseitige Erfahrungen zu bieten, denn die Grundlage aller Lernprozesse ist eine korrekte Aufnahme und Verarbeitung von vielfältigen Sinneseindrücken und eine gute Wahrnehmungsfähigkeit.

Höhepunkte im letzten Kindergartenjahr sind für die Kinder:

  • das Schwimmen in der Neubergschule
  • die Kindergartenübernachtung
  • die Gestaltung des Abschlussgottesdienstes
  • Museums- und Theaterbesuche
  • Teilnahme am Sommertagszug

 

  Erzähle mir und ich vergesse
Zeige mir und ich erinnere.
Lass es mich tun und ich verstehe.
Konfuzius