Kindergarten heute

 

Seit 33 Jahren arbeite ich nun schon mit Kindern aller Altersgruppen. 1992 kam ich in den Kath. Kindergarten und seit 1993 leite ich die Einrichtung. In den letzten 50 Jahren hat sich die Elementarpädagogik grundlegend geändert. Bedingt durch gesellschaftliche Veränderungen und die Lebensbedingungen in den Familien ist der Kindergarten heute eine unverzichtbare Familien ergänzende, teilweise sogar familienersetzende Einrichtung.

Jedes Kind ist eine eigenständige Persönlichkeit mit seiner eigenen Lebensgeschichte, seinen individuellen Fähigkeiten und Begabungen. Kinder entwickeln sich in ihrem sozialen Verhalten am besten in einer anregenden Umgebung, in der es viel zu begreifen und auszuprobieren gibt, in der Freude und Enttäuschung erfahren werden können und in der Gemeinschaft erlebt werden kann.

Deshalb ist das Freispiel Schwerpunkt/Mittelpunkt des Kindergartenalltags. Im Spiel haben die Kinder die Möglichkeit, ihre augenblickliche Lebenssituation zu bewältigen, sich mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen und sie zu begreifen.Unsere Rolle dabei ist es, einzelne Kinder und gruppendynamische Prozesse zu beobachten und situationsbedingt begleitend und helfend einzugreifen.

Beobachtungen aus dem Freispiel können Grundlagen für künftige Projekte sein. Unser Ziel ist es, dass Kinder bei uns den Raum haben sich auszuprobieren und mit Spaß und Freude Neues zu entdecken als Basis für ein lebenslanges Lernen.

Um in einer Gemeinschaft leben zu können, ist es wichtig, dass es Regeln und Absprachen gibt, die für Kinder überschaubar und nachvollziehbar sind. Absprachen werden mit den Kindern erarbeitet, d. h. sie sind nicht starr festgelegt, sondern können gegebenenfalls verändert und neu besprochen werden.

Wenn Kinder den Kindergarten als einen Ort der gegenseitigen Wertschätzung und Achtung der eigenen Person erleben, kann diese Erfahrung auch Orientierung für religiöse Fragen der Kinder sein.

Zitat aus dem Leitbild der Erzdiözese Freiburg: „ Jedes Kind kann Gott erfahren, als „den, der da ist“ ( Ex 3, 14), und sich selbst als Ebenbild Gottes, als bedingungslos von ihm angenommen: „ Es ist gut, dass Du da bist“.

Die ganzheitliche Förderung des einzelnen Kindes und dessen Integration in die Gemeinschaft ist für uns ein wichtiges Anliegen.

Wir wünschen uns, dass unser Kindergarten ein Ort der Begegnung für Kinder, Eltern und die gesamte Gemeinde ist.

Christine Ruser, Leiterin

 


Die Kinder von heute sind die Menschen von morgen – ein Stück Zukunft
Christine Merz


Zusammenarbeit mit den Eltern

Der Kindergarten ergänzt und unterstützt die Erziehung in der Familie. Damit eine vertauensvolle Zusammenarbeit möglich wird, sind wir im Gespräch mit Eltern und machen unsere Arbeit transparent. Eltern haben in uns Ansprechpartnerinnen, die ihnen Verständnis entgegenbringen. Wir gewinnen Einblick in die Lebenssituation der Kinder und sind besser in der Lage die Kinder zu verstehen.

  • Wir bieten gruppeninterne Elternabende an, bei denen es möglich ist, sich kennen zu lernen und gruppenspezifische Themen intensiver zu besprechen. Auch Bastelabende oder -nachmittage finden in der eigenen Gruppe statt. Jährlich wird ein kleines Fest oder ein Ausflug veranstaltet. An einer gruppeninternen Infowand können sich die Eltern über das Geschehen in der Gruppe informieren.
  • Für die gesamte Einrichtung sind das Adventssingen, die Schneemannverbrennung, der Abschlussgottesdienst, den die Schulanfänger gestalten, der Sommertagszug und das St. Martinsfest Höhepunkte im Kindergartenjahr.
  • Den Kindergartenrichtlinien entsprechend wird zu Beginn eines Kindergartenjahres ein neuer Elternbeirat gewählt, der sich aus 12 Elternvertretern zusammensetzt. Aufgabe des Elternbeirates ist es, die pädagogische Arbeit im Kindergarten zu unterstützen und die Zusammenarbeit zwischen  Kindergarten, Eltern und Träger zu fördern. Die Elternvertreter organisieren für die Eltern ihrer Gruppe sporadisch einen Elternstammtisch zu dem auch Erzieherinnen eingeladen werden.

 

 

Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

  • Wichtigster Ansprechpartner ist für uns der Kindergartenbeauftragte. In allen unseren Belangen ist er das Bindeglied zwischen Kindergarten und Pfarrgemeinde.
  • Zu den beiden Grundschulen der Gemeinde besteht ein regelmäßiger Kontakt in Form von Kooperation Kindergarten/ Grundschule, d.h. die Vorschulkinder besuchen in regelmäßigen Abständen die Schule. Eine Grundschullehrerin gestaltet die Stunden. In der Hauptsache soll dabei Wahrnehmung, Konzentration und Ausdauer der Kinder gefördert werden. Der Rektor der Grundschule lädt die Eltern der künftigen "Erstklässler" zu einem Informationsabend ein.  
  • Mit den beiden evangelischen Kindergärten am Ort besteht eine Zusammenarbeit in Form von Leiterinnentreffen und gemeinsamen, themenbezogenen Elternabenden.
  • Bei Bedarf vermitteln wir Kontakt zu Beratungsstellen und Therapeuten.
  • Seit mehreren Jahren kommt eine Lehrerin der Sprachheilschule einmal wöchentlich zu uns in den Kindergarten. Nach Rücksprache und mit dem Einverständnis der Eltern testet und behandelt sie Kinder mit leichten Sprachauffälligkeiten, die noch keiner logopädischen Behandlung bedürfen.
  • Gemeinsam mit den Fachschulen in Neckargemünd und Weinheim sind wir Ausbildungsstätte für künftige Erzieherinnen. In unserem Stellenplan ist ein Ausbildungsplatz für eine Jahrespraktikantin vorgesehen, die ihr Anerkennungsjahr bei uns machen kann. Mehrmals im Jahr absolvieren Schülerinnen und Schüler von Realschulen und Gymnasien ein Sozialpraktikum in unserer Einrichtung.
  • Der Fachberater des Caritasverbandes wird bei allen innerbetrieblichen Veränderungen z.B. Änderung der Öffnungszeiten informiert. Er organisiert Fortbildungen und hat gegenüber dem Träger und den pädagogischen MitarbeiterInnen eine beratende Funktion.